Ungarische Plakatierer bringen burgenländische FPÖ in Bredouille

16. Mai 2015, 11:47
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Die Freiheitlichen werben mit Slogans wie "Heimische Könner statt Ost-Dumpinglöhner". Für ausländische Plakatierer will man nichts können

Eisenstadt – Ein der "Kronen Zeitung" zugesandtes Leserfoto, das einen Plakatierer in Neusiedl am See beim Aufkleben eines FPÖ-Plakats zeigt, bringt im burgenländischen Landtagswahlkampf die Freiheitlichen in die Bredouille. Das Bild wäre nicht ungewöhnlich, wäre der Mann nicht in einem Wagen mit ungarischem Kennzeichen unterwegs und würde die FPÖ nicht mit Slogans wie "Heimische Könner statt Ost-Dumpinglöhner" werben.

Die erste Reaktion von Mitbewerbern ließ nicht lange auf sich warten: "Den 'Heimvorteil für Burgenländer' und die 'Arbeit für unsere Leut' gibt es bei der FPÖ anscheinend nur so weit, wie es der FPÖ nichts kostet. Das ist Wasser predigen und Wein trinken", erklärte SPÖ-Landesgeschäftsführer Robert Hergovich in einer Aussendung. "Die Glaubwürdigkeit der selbsternannten Heimatpartei ist damit endgültig zerstört."

FPÖ-Chef: "Haben österreichische Firma beauftragt"

Auf Nachfrage hatte FPÖ-Obmann Johann Tschürtz gesagt: "Wir haben eine österreichische Firma beauftragt." Diese habe den Auftrag dann offenbar weitervergeben. Das sei "genau das", was man bekämpfe. Mittlerweile haben die Freiheitlichen eine schriftliche Bestätigung der beauftragten Firma eingeholt, die einräumte keine Kenntnisse über Hilfskräfte zu haben.

Tschürtz wertet dies als eingestandenen Fehler der beauftragten Firma. Er gehe davon aus, dass das Thema damit bereinigt sei, "denn es steht zweifelsfrei fest, dass die FPÖ keineswegs direkter Auftraggeber ungarischer Unternehmer war oder deren Engagement geduldet oder bewusst hingenommen hat."

Am Freitag hatte Tschürtz festgehalten: Auch wenn diesmal "die FPÖ das Opfer" gewesen sei, "nahezu alle burgenländischen Unternehmer und viele, viele Arbeitnehmer im Land kennen den oft 'unlauteren' Wettbewerbsdruck, der von Konkurrenten aus Osteuropa auf unsere gewachsenen wirtschaftlichen Strukturen ausgeübt wird".

Was immer getan werden könne, "um solche Entwicklungen hintanzuhalten" – vom zielgerichteten Einsatz der Wirtschaftsförderung bis hin zur "Differenzierung" bei der Vergabe öffentlicher Aufträge –, müsse getan werden, so der FPÖ-Obmann. "Unsere zentrale Forderung 'Arbeit für unsere Leut' ist dringlicher denn je." (APA, 16.5.2015)

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