"The Witcher 3": Entwickler plagen sich mit Downgrade-Vorwürfen und Piraterie

15. Mai 2015, 10:28
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Hersteller bittet Fans, das Spiel zu kaufen – Schwächstes System bestimmte gemeinsamen Nenner

Bereits eine Woche vor dem offiziellen Marktstart sind illegale Kopien der PC-Version von "The Witcher 3: Wild Hunt" in Netz gelangt. Ein Sprecher des Herstellers CD Project Red hat sich laut Bericht der Seite Gamepur nun auf einer einschlägigen Torrent-Seite zu Wort gemeldet und Nutzer gebeten, das Rollenspiel zu kaufen. Darin weist der nicht namentlich genannte Mitarbeiter darauf hin, dass lediglich reguläre Käufer in den Genuss der ersten 16 kostenlosen Zusatzinhalte kommen werden, die unter anderem neue Quests, Gegenstände und Spielmodi umfassen.

"Ich möchte euch wirklich gerne dazu ermutigen, das Spiel zu kaufen. Das Spiel kostet 32 Dollar auf GoG. Und für 32 Dollar werdet ihr mehr Spielinhalte erhalten, als ihr es fassen könnt. Im Ernst. Ich bin am Entwicklungsprozess beteiligt und sowie hunderte andere Menschen, die sich die vergangenen Monate in vielen Überstunden sprichwörtlich den Arsch abgearbeitet haben. Und ich versichere euch: Das ist kein achtstündiger Korridor-Shooter für 60 Dollar. Das ist ein Spiel so groß wie 'Skyrim', vielleicht sogar größer", schreibt der Entwickler. "Ich hoffe sehr, dass euch das Spiel gefällt, egal, ob ihr es kauft oder nicht. Ich würde es dennoch sehr schätzen, wenn ihr es kauft."

Downgrade-Vorwürfe

Unterdessen kamen nach ersten veröffentlichten Videos und Screenshots der zu früh vertriebenen Retail-Version von "The Witcher 3" Vorwürfe in Foren, wonach das finale Spiel auch am PC nicht so gut aussehe, wie es die ersten Spiel-Trailer 2013 und 2014 versprochen hätten. Unter anderem wurden bessere Partikel und Raucheffekte sowie schärfere Texturen gezeigt, heißt es. Die Webseite Whatifgaming zitiert einen bislang zuverlässigen Insider, der diesen "Downgrade" bestätigt. Letztendlich habe man bei drei Zielplattformen (PC, PS4, XBO) das schwächste System als gemeinsamen Nenner nehmen müssen. Welches diesbezüglich das schwächste System sei, verriet er aber nicht.

Wenngleich CD Projekt Red die Aussagen nicht kommentieren will, äußerte sich Studiochef Adam Badowski auf Reddit zu dem Thema. Ihm zufolge gebe es tatsächlich nur "eine Version" der Texturen und Modelle, da drei Versionen mit unterschiedlichen Abstufungen für die jeweiligen Plattformen "nicht machbar" gewesen seien. Die zusätzlichen Ressourcen stärkerer Systeme würden vor allem genutzt, um die Performance zu verbessern und mehr Modelle zu laden. "Um es zusammen zu fassen, es gibt nicht viele Unterschiede zwischen PC, Playstation 4 und Xbox One. Sie beheben eher gewisse Probleme statt die Konfiguration zu ändern."

Tester beeindruckt

Bereits zuvor wurde bekanntgegeben, dass die PS4-Version nativ in 1080p ausgegeben wird, während die XBO-Fassung auf eine dynamische Skalierung zwischen 900p und 1080p setzt. Beim PC kommt es auf die jeweilige Konfiguration an. Ersten Testberichten zufolge scheint "The Witcher 3" - ob Downgrade oder nicht - nicht nur technisch ein sehr beeindruckendes Game geworden zu sein.

So genannte Downgrades kommen immer wieder vor in der Spielebranche. Ein Grund dafür ist auch, dass zwischen Erstvorstellung und Release von Werken oft einige Jahre vergehen und damals angestrebte Grafikziele aufgrund notwendiger Optimierungen nicht erreicht werden können. Prominentes Beispiel der jüngeren Vergangenheit sind Ubisofts "Watch Dogs" oder Segas "Aliens: Colonial Marines", wobei letzterem irreführende Bewerbung des Spiels vorgeworfen wurde. Konsumenten sei es in jedem Fall anzuraten, Trailer immer nur als Werbematerial wahrzunehmen, die die Aufgabe haben, ein Spiel im besten Licht zu präsentieren. (zw, 15.5.2015)

  • Artikelbild
    bild: neogaf
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