Deutschland blüht Streik-Rekordjahr

15. Mai 2015, 09:13
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Bahn, Post, Elektroindustrie: In Deutschland gab es schon doppelt so viele Streiktage wie im ganzen Vorjahr. Heute streiken die Postler

Düsseldorf – In Deutschland hat es einem Zeitungsbericht zufolge in diesem Jahr bislang bereits mehr als doppelt so viele Streiktage gegeben wie im gesamten Vorjahr. "Allein durch die Streikwellen im öffentlichen Dienst, in der Metall- und Elektroindustrie, bei der Post, in den Kitas und bei der Bahn kamen 2015 schon über 350.000 Ausfalltage zustande", sagte Hagen Lesch, Experte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), der "Rheinischen Post". Wie das Blatt vorab unter Berufung auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit berichtete, gab es im kompletten vergangenen Jahr dagegen lediglich 156.000 Streiktage. "2015 dürfte ein Streik-Rekordjahr wie zuletzt 2006 werden", sagte Lesch.

Verdi erhöht Druck auf Post-Management

Im Tarifstreit bei der Deutschen Post will die Gewerkschaft Verdi am Freitag mit Streiks in mehreren Bundesländern den Druck auf das Management erhöhen. Allein in Nordrhein-Westfalen waren über 1.000 Brief- und Paketzusteller zu einem ganztägigen Streik aufgerufen. Auch in Rheinland-Pfalz und dem Saarland waren Arbeitsniederlegungen geplant. "Viele Briefe und Pakete werden ihre Empfänger nicht erreichen", sagte der Verdi-Fachbereichsleiter für Postdienste in NRW, Uwe Speckenwirth. "Wir wissen, dass die Streiks volle Wirkung entfalten."

Verdi fordert für die 140.000 Tarifbeschäftigten des Konzerns kürzere Arbeitszeiten und deutlich mehr Geld. Alle bisherigen Angebote der Post hat die Gewerkschaft abgelehnt. Die Löhne sollen nach ihrem Willen bei einer Laufzeit von zwölf Monaten um 5,5 Prozent angehoben werden. Verdi verlangt zudem eine Verkürzung der Wochen-Arbeitszeit auf 36 von 38,5 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Die Verhandlungen mit der Post sollen am 20. und 21. Mai in Königswinter bei Bonn fortgesetzt werden. (APA, 15.5.2015)

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