Brüchige Waffenruhe im Jemen

15. Mai 2015, 08:03
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Beide Seiten werfen sich Verstöße vor – Koalition unter der Führung Saudi-Arabiens warnt Rebellen

Riad/Sanaa – Nachdem am Dienstagabend im Jemen eine fünftägige Waffenruhe ausgerufen worden war, warfen sich am Donnerstag beide Seiten Verstöße dagegen vor. Umgekehrt meldete die Internetseite Aden al-Ghad unter Berufung auf Augenzeugen, dass Flugzeuge der Allianz am Donnerstagmorgen dreimal Huthi-Stellungen in Aden bombardiert hätten.

Die Militärkoalition unter der Führung Saudi-Arabiens kritisierte, die Huthi-Rebellen würden im Jemen "weiterhin mit Kriegsgerät vorrücken, militärische Einsätze absolvieren und die Häuser von Bürgern ins Visier nehmen". Derartige Einsätze mit Panzern und Raketen seien aus sechs Provinzen, darunter Aden, bekannt. Bereits Donnerstag früh hatte die Militärkoalition zwölf Verstöße gegen die Feuerpause durch die Huthi-Rebellen aufgelistet.

Riad hat vor weiteren Verstößen gegen die Waffenruhe gewarnt. In einer Erklärung, die die amtliche saudi-arabische Nachrichtenagentur SPA verbreitete, hieß es am Donnerstag, die Militärkoalition stehe weiter hinter der fünftägigen Feuerpause. Sie warne "die Huthi-Milizen und ihre Unterstützer aber zugleich, dass Selbstbeschränkung und das Bekenntnis zur Feuerpause nicht lange währen", wenn die Verstöße andauerten.

Waffenruhe seit Dienstagabend in Kraft

Die humanitäre Feuerpause im Jemen hatte am Dienstagabend begonnen und soll fünf Tage dauern. Dadurch soll die Verteilung dringend benötigter Hilfsgüter an die Zivilbevölkerung ermöglicht werden. Die Koalition hatte im Vorfeld für den Fall von Verstößen durch die Huthi-Rebellen damit gedroht, ihre Luftangriffe gegen die Aufständischen wieder aufzunehmen.

Die arabische Militärkoalition hatte am 26. März mit den Bombardements begonnen, um den Vormarsch der Huthi-Rebellen zu stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd-Rabbu Mansour Hadi zurück an die Macht zu verhelfen. Nach UN-Angaben wurden durch die Luftangriffe und Kämpfe imJemen bereits mehr als 1.500 Menschen getötet. Die humanitäre Lage in dem arabischen Land ist laut den Vereinten Nationen katastrophal. (APA, 15.5.2015)

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