Geldschwemme: Draghi räumt mäßige Wirkung ein

14. Mai 2015, 18:03
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Firmen und Verbraucher seien nach fast sieben Jahren der Krise noch zögerlich

Frankfurt/Washington - Trotz der jüngsten Konjunkturerholung sieht EZB-Chef Mario Draghi keinen Grund für ein vorzeitiges Ende der von der Zentralbank ausgelösten großen Geldschwemme. "Wir werden unser Ankaufprogramm voll umsetzen, wie angekündigt", sagte Draghi laut Redetext am Donnerstag am Sitz des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington.

In jedem Fall werde es so lange laufen, bis sich die Inflationsrate nachhaltig in die von der EZB gewünschte Richtung bewege. Zuletzt stagnierten die Preise in der Euro-Zone, nachdem sie zuvor gefallen waren. Dies hatte Sorgen bei der Europäischen Zentralbank (EZB) vor einer Deflation ausgelöst - einem konjunkturschädlichen Preisverfall auf breiter Front. Die EZB strebt eine Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent an.

Um Deflationsgefahren zu begegnen, hat die EZB im März ein massives Programm zum Kauf von Staatsanleihen aufgelegt. Bereits zuvor hatte sie mit dem Erwerb von Pfandbriefen und Hypothekenpapieren begonnen. Damit soll bis Herbst 2016 mehr als eine Billion Euro in das Finanzsystem gepumpt werden, um die Wirtschaft anzuschieben und die Inflation anzuheizen. Im ersten Quartal zog die Konjunktur im Währungsraum an: Die Wirtschaftsleistung legte um 0,4 Prozent zu.

Draghi sagte in Washington, Firmen und Verbraucher seien nach fast sieben Jahren der Krise noch zögerlich. Daher könne es noch geraume Zeit dauern, bis die EZB mit ihren Maßnahmen den Sieg ausrufen könne. (APA/Reuters, 14.5.2015)

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