Rebellische Volksbanker werden nach Wien zitiert

14. Mai 2015, 17:40
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Krisensitzung am Montag wegen Zusammenlegung der Volksbanken

Wien – Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) hat für Montagvormittag kurzfristig eine Krisensitzung zu den Fusionen im Volksbankensektor angesetzt, berichteten die "Oberösterreichischen Nachrichten" vom Freitag. Die Vorstände der rebellischen Institute Almtal (Oberösterreich), Gmünd (Kärnten) und Osttirol-Westkärnten müssen nach Wien. Sie lehnen den Zusammenschluss von österreichweit 41 zu acht Volksbanken ab. Auch Vertreter anderer kritischer Volksbanken, etwa aus Landeck, sind dem Bericht zufolge geladen.

Auch die Nationalbank, die Finanzmarktaufsicht und das bisherige Spitzeninstitut ÖVAG sowie die künftige Zentralorganisation, die Volksbank Wien-Baden, werden dabei sein. Das Finanzministerium wird dem Bericht zufolge "klar darlegen, wieso nur eine Gesamtlösung Sinn macht, um den Sektor zu stabilisieren".

Im Finanzministerium sprach man am Freitag von einem "Abstimmungsgespräch". "Gespräche sollen am Verhandlungstisch geführt werden und nicht über die Medien", hieß es zur APA. Schelling "möchte sich die Argumente jener anhören, die noch nicht zugestimmt haben bzw. einen eigenständigen Weg gehen wollen."

Andererseits werde das Finanzministerium "auch klar darlegen, wieso nur eine Gesamtlösung Sinn macht um den Sektor zu stabilisieren."

Die Almtaler Volksbanker haben in der Generalversammlung vor einer Woche gegen den neuen Verbundvertrag gestimmt und stoßen damit in Wien auf großes Unverständnis. Sie sollen auch die Einstellung des Bankbetriebs als Option vorsehen. Dass sich die Genossenschafter daraus eine Auszahlung erhoffen könnten, die Steuerzahler dem Sektor aber helfen mussten, sei jedoch nicht in Einklang zu bringen. (APA, 14.5.2015)

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