Steinhof als "Erbe in Gefahr"

14. Mai 2015, 14:46
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Bebauungsgegner in Sorge - Zeitplan aber unverändert

Wien - Im Streit um die Bebauung des Wiener Otto-Wagner-Areals mit 140 Wohneinheiten wollen Bürgerinitiativen Druck auf die Politik ausüben, indem sie den internationalen Denkmalrat Icomos, Berater der Unesco in Sachen Kulturerbe, einschalten. Icomos soll, so der Plan, das Jugendstilensemble auf den Steinhofgründen als "Erbe in Gefahr" einstufen und damit dem Welterbestatus, für den sich Bebauungsgegner seit Jahren erfolglos einsetzen, einen Schritt näher bringen.

Christian Schuhböck, Generalsekretär der Landschaftsschutzorganisation Alliance for Nature, meint, "Österreich will es sich ja nicht mit der Unesco verscherzen". Gesiba-Generaldirektor Ewald Kirschner hält aber an dem Zeitplan fest: Dieser "wird sich nicht ändern". Im ersten Quartal 2016 soll Baustart sein. Auch bei der Wiener Standortentwicklung GmbH (WSE), die bis Ende 2016 ein Gesamtnutzungskonzept ausarbeiten soll, bleibt man gelassen: "Wir berücksichtigen ohnehin die Empfehlungen der Expertenkommission, die Bestimmungen zu Denkmal- und Ensembleschutz sowie die Flächenwidmung", sagt ein Sprecher. Weder der "Alarm" noch der Welterbestatus würden etwas ändern, sagt auch die Wiener Gemeinderätin Jennifer Kickert (Grüne). Die Einstufung als Welterbe stelle keinen Schutz, sondern einen ideellen Status dar, der als Marketinginstrument im Tourismus verwertbar sei.

Arbeit an Flächenwidmung

Die Stadt arbeite derzeit daran, einen "wasserdichten" Flächenwidmungsplan erstellen, der garantiert, dass eine Bebauung über die 140 neuen Sozialwohnungen hinaus - ursprünglich waren 600 Wohnungen geplant - nicht möglich ist, dass der Denkmalschutz gewahrt bleibt und zwischen den Pavillons nicht gebaut wird. Außerdem werde die Stadt die teils baufälligen Pavillons sanieren - Finanzierung und Zeitplan stehen noch nicht. (cmi, DER STANDARD, 15.5.2015)

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