ÖVAG-Kapital wird geschnitten

13. Mai 2015, 16:18
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Hauptversammlung am 28. Mai

Wien - Vor der Zerschlagung der Krisenbank ÖVAG (Volksbanken AG) wird eine Hauptversammlung am 28. Mai bei der ÖVAG einen Kapitalschnitt beschließen. In der Volksbank Wien-Baden - die mit Übernahme der lebensfähigen ÖVAG-Teile neues Spitzeninstitut wird - wird das Kapital erhöht. Die ÖVAG selbst wird ab 4. Juli als Bad Bank abgewickelt.

In der teilstaatlichen ÖVAG wird durch den Kapitalschnitt der bisher aufgelaufene Verlust beseitigt, das Kapital wird um 96,65 Prozent herabgesetzt.

Kapitalerhöhung

Zur Durchführung der Spaltung soll die Volksbank Wien-Baden ihr Grundkapital von derzeit Nominale 56,45 Millionen um 2,19 Millionen Euro durch Ausgabe von 23.400 Aktien erhöhen. Auf diese Kapitalerhöhung wird das Spaltungsvermögen als Sacheinlage geleistet, heißt es in den gemeinsamen Hinweisen auf der Homepage im Vorfeld der HV. Zusätzlich erfolgt bei der Volksbank Wien-Baden eine Barkapitalerhöhung um Nominale 35,44 Mio. Euro.

Durch beide Kapitalaufstockungen in der Volksbank Wien-Baden (Sacheinlage, Barkapitalaufstockung) steigt deren Aktienkapital um 37,63 Mio. Euro auf dann 94,09 Mio. Euro. Danach besteht das Grundkapital der Volksbank Wien aus 1.003.615 Stückaktien. Die Pflicht zur Zeichnung von Kapital an der Volksbank Wien war einer der Streitpunkte mit den "Rebellen" unter den regionalen Volksbanken.

Der Spaltung "vorgelagert" wird das Grundkapital der bisherigen ÖVAG herabgesetzt:

In einem ersten Schritt von derzeit 577,33 Mio. Euro ganz geringfügig um 26.172 Euro, indem 12 eigene Aktien eingezogen werden. Damit sinkt die Anzahl der Aktien auf 264.708.206 Stück. Dieses Kapital wird im zweiten Schritt um 557,99 Millionen Euro auf 19,34 Mio. Euro herabgesetzt - und zwar durch Zusammenlegung von Aktien im Verhältnis 14 Aktien : 1 Aktie.

300 Bundesmillionen

Gleichzeitig wird das gesamte von der ÖVAG ausgegebene Partizipationskapital (PS-Kapital) um 96,65 Prozent herabgesetzt.

Der Entwurf des Spaltungs- und Übernahmevertrags wurde am 24. April 2015 durch die Vorstände von ÖVAG und Volksbank Wien-Baden beim Firmenbuch (Handelsgericht Wien) eingereicht.

Mit dem Kapitalschnitt bei der ÖVAG - die ab Juli als Bad Bank abgewickelt wird - verliert auch der Bund das in der Bank steckende Aktienkapital (250 Mio. Euro). Außerdem sind die noch in der Bank steckenden 300 Mio. Euro staatliches PS-Kapital vom Kapitalschnitt erfasst, auf diese Summe gedenkt der Bund nicht zu verzichten. Über die Rückführung von rund 300 Millionen steht der Bund mit dem Sektor in Verhandlungen. (APA, 13.5.2015)

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