Lateinmatura: "Plan B" ohne Zwischenfälle

13. Mai 2015, 16:27
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Erste gesammelte Ergebnisse kommen nach Pfingsten - Heinisch-Hosek gibt sich zufrieden, Lehrervertreter kritisch

Wien - Erneut unspektakulär endete am Mittwoch der letzte Tag der erstmals an allen AHS durchgeführten Zentralmatura. Die Klausuren in Latein und Griechisch verliefen ohne Probleme - obwohl im Fach Latein in der Langform (sechs Jahre) aufgrund eines Einbruchs in eine Schule in der Vorwoche kurzfristig vom Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) übermittelte Ersatzaufgaben verwendet werden mussten.

Bei dem Einbruch in eine Salzburger AHS waren die Kuverts mit den Matura-Angaben für Latein in der Langform geöffnet worden. Als Folge durften diese nicht mehr verwendet werden, in Kraft trat der für diese Fälle vorbereitete "Plan B": Die rund 700 Schüler an 115 Schulen bekamen neue Aufgaben. Diese wurden den Schulen am Dienstagabend in verschlüsselter Form zum Herunterladen zur Verfügung gestellt. Ab 6.30 Uhr in der Früh konnten sie per Passwort entschlüsselt und an den Schulen vervielfältigt werden, Prüfungsstart war dann einheitlich um 10.00 Uhr.

Erste gesammelte Resultate nach Pfingsten

Damit verliefen alle sieben Zentralmatura-Tage ohne logistische Probleme - absolviert wurden dabei die Fächer Deutsch, Englisch, Spanisch, die Volksgruppensprachen Ungarisch, Slowenisch und Kroatisch, Französisch, Mathematik, Italienisch, Latein und Griechisch. Die ersten gesammelten Ergebnisse werden dann vom Bildungsministerium nach Pfingsten bekannt gegeben. Sie enthalten eine Aufstellung über positive bzw. negative Noten nach Geschlecht und Bundesland für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch.

Die Schüler selbst erhalten spätestens zehn Tage nach der jeweiligen Prüfung Bescheid, ob sie eine negative Note erhalten haben. Innerhalb von drei Tagen müssen sie dann bekannt geben, ob sie eine Kompensationsprüfung machen wollen. Mit einer solchen höchstens 25-minütigen mündlichen Prüfung können am 1. und 2. Juni negative Noten ausgebessert werden. Sie werden in Fächern mit Zentralmatura vom Bifie erstellt und vom Fachlehrer der jeweiligen Klasse sowie einem Beisitzer abgenommen.

Für Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) ist "die neue Matura gut gelandet, die bisherigen Rückmeldungen zeigen ein durchwegs erfreuliches Stimmungsbild". Bundesschulsprecher Lukas Faymann war "froh, dass der schriftliche Teil halbwegs gut und ohne Probleme abgelaufen ist und eine faire Matura geboten wurde". Verbesserungsbedarf sieht er noch bei der Aufgabengestaltung im Fach Deutsch.

Lehrervertreter sehen "Niveauverlust"

Gemischt sieht der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft an den AHS, Eckehard Quin (FCG), die Zentralmatura-Premiere. "Operativ ist sie sauber über die Bühne gegangen", so Quin. Allerdings müsse aufgrund der unterschiedlichen Leistungsstärke der Schüler das Niveau "notgedrungen tief angesetzt werden". Insgesamt werde daher künftig "das Reifeprüfungszeugnis weniger wert sein".

Der Leiter des für die Zentralmatura zuständigen Bifie-Standorts Wien, Jürgen Horschinegg, zeigte sich mit dem logistischen und organisatorischen Ablauf zufrieden. Nun gelte es die Aufgabenstellungen zu diskutieren, die immer wieder weiterentwickelt würden. Schon jetzt arbeite man parallel an der Erstellung der Aufgaben für den nächsten Matura-Haupttermin im Frühjahr 2016. Dann werden auch alle berufsbildenden höheren Schulen (BHS) - mit teils anderen Aufgaben - an der Zentralmatura teilnehmen. (APA, 13.5.2015)

  • So wie bei der Deutschmatura gab es auch beim letzten Teil der AHS-Zentralmatura für die Fächer Latein und Griechisch keine gröberen Probleme.
    foto: apa/hans klaus techt

    So wie bei der Deutschmatura gab es auch beim letzten Teil der AHS-Zentralmatura für die Fächer Latein und Griechisch keine gröberen Probleme.

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