Internationale Herausforderung für Nachwuchs-Logistiker

13. Mai 2015, 10:31
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Mit der Teilnahme an den Berufsmeisterschaften "SkillsAustria" soll der Lehrberuf aufgewertet werden, Ziel sind die "EuroSkills"

Wien - Mit Österreichs Nachwuchs-Logistikern nimmt erstmals eine nichthandwerkliche Berufsgruppe an den Berufsmeisterschaften "SkillsAustria" teil. Diese gehen vom 6. bis 7. November in Linz über die Bühne. Die SkillsAustria gelten als wichtige Voraussetzung für eine spätere Teilnahme an den europäischen Berufsmeisterschaften (EuroSkills). Realistisch ist die Teilnahme an den EuroSkills allerdings erst 2018: "Für nächstes Jahr in Stockholm ist es uns beim besten Willen aus zeitlichen und organisatorischen Gründen nicht mehr gelungen, eine Zulassung zu erwirken", berichtet Josefine Deiser, Fachgruppenobfrau der oberösterreichischen Spediteure (Wirtschaftskammer). Sie hoffe jedoch, wenigstens am Präsentationsbewerb teilnehmen zu können.

"Bei SkillsAustria müssen unsere Lehrlinge eine deutsch- und englischsprachige Prüfung bestehen, welche aus sieben Modulen besteht und alle Bereiche der Speditionspraxis abdeckt", berichtet Deiser. Das Spektrum umfasst Verkaufsgespräche, Firmenpräsentation, Frachtführertätigkeiten, Schadensabwicklung usw. Jedes Modul wird für sich abgeschlossen und sofort von einer Jury bewertet, erst dann widmet sich der Kandidat dem nächsten Abschnitt. Um den Bewerb lebendiger zu gestalten, müssen die Teilnehmer neben der Ausarbeitung von praxisrelevanten Fällen auch ihre Ergebnisse vor der Jury präsentieren.

Die Lehre aufwerten

"Es soll zumindest ein Bewerber unter 25 Jahren aus jedem Bundesland teilnehmen können", sagt Deiser, "diese rekrutieren sich aus den besten Absolventen des Lehrberufs Speditionskaufmann." Die quirlige Unternehmerin macht sich bereits seit 2005 in der oberösterreichischen Fachgruppe für eine intensive Nachwuchs- und Imageförderung der Speditionsberufe stark. Dabei setzt sie auf eine intensive Kooperation mit den Berufsschulen. Deisers Impulsen ist auch die heute österreichweit einheitliche Zertifizierung der Lehrabschlussprüfung zu verdanken. Unter ihrer Leitung arbeitet bereits seit November 2014 eine Arbeitsgruppe des Fachverbandes der Spediteure an den Vorbereitungen. Offene Türen fand sie für das Projekt bei Bundesobmann Alfred Schneckenreither (Wirtschaftskammer), dessen gleichnamige Firmengruppe 2014 den INEO-Award für vorbildliche Lehrlingsausbildung erhalten hat.

Beide haben bereits einige Imagekampagnen für den Lehrberuf Speditionskaufmann ins Leben gerufen, etwa bei der Messe "Jugend und Beruf" oder der Erarbeitung praxisgerechter Lehrausbildungs-Vorschriften. "Wir legen bei unserem 'Projekt Skills Austria' großen Wert auf die Einbeziehung der Berufsschulen für Speditionskaufleute", betont Deiser. Die unterstützen das Projekt im Vorfeld mit Spezialtrainings und coachen die Kandidaten während des Wettbewerbs. Dieser appelliert an die Betriebe, den Lehrlingen genügend Zeit zur Vorbereitung zu geben. (huber)

  • Die Logistiker sind die erste nichthandwerkliche Berufsgruppe, die an den Berufsmeisterschaften teilnimmt.
    foto: epa / jan woitas

    Die Logistiker sind die erste nichthandwerkliche Berufsgruppe, die an den Berufsmeisterschaften teilnimmt.

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