ISS-Astronauten müssen einen Monat länger im All ausharren

13. Mai 2015, 10:59
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Rückkehr der drei Raumfahrer Tschkaplerow, Virts und Cristoforetti erst im Juni

Moskau - Die russische Weltraumbehörde Roskosmos hatte es bereits vergangene Woche angekündigt, nun ist es gewiss: Wegen des Verlusts des russischen "Progress"-Weltraumfrachters Ende April müssen drei Astronauten einen Monat länger an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) bleiben. Das gab ein Vertreter von Roskosmos am Dienstag bekannt. Die drei Raumfahrer würden erst im Juni zurückkehren, sagte Wladimir Solowjew nach Angaben der Nachrichtenagentur Tass.

Eigentlich hätten die drei Astronauten - nach Angaben der NASA-Website der Russe Anton Tschkaplerow, der US-Raumfahrer Terry Virts und die Italienerin Samantha Cristoforetti - schon am Donnerstag zurück zur Erde geholt werden. Insgesamt sind derzeit sechs Astronauten an Bord der ISS.

Kapsel über Pazifik verglüht

Am 28. April hatte der russischer Frachter "Progress M-27M" mit Nachschub für die ISS nach dem Start die vorgesehene Umlaufbahn verfehlt und war außer Kontrolle geraten. Am Freitag war er schließlich beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht. In den kommenden Tagen wird mit ersten Untersuchungsergebnissen gerechnet.

Versorgungsengpässe für die ISS-Besatzung entstanden durch die Panne nach Angaben der Behörden nicht. Am 19. Juni soll überdies eine "Dragon"-Raumkapsel des US-Unternehmens SpaceX an der ISS andocken, sie kann aber zumindest vorerst nur Material transportieren. Das Unternehmen arbeitet allerdings mit Hochruck an einer bemannten Version, die "Dragon V2" soll ab 2017 zur Verfügung stehen. (APA/red, derStandard.at, 12.5.2015)

  • Für den Russen Anton Tschkaplerow (mitte), der US-Raumfahrer Terry Virts (links) und die Italienerin Samantha Cristoforetti (rechts) bedeutet der Verlust der "Progress"-Kapsel einen Monat länger Dienst auf der ISS.
    foto: ap photo/dmitry lovetsky

    Für den Russen Anton Tschkaplerow (mitte), der US-Raumfahrer Terry Virts (links) und die Italienerin Samantha Cristoforetti (rechts) bedeutet der Verlust der "Progress"-Kapsel einen Monat länger Dienst auf der ISS.

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