Unesco beklagt schwere Schäden an Jemens Kulturerbe

12. Mai 2015, 19:52
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UN-Kulturorganisation kritisiert Angriffe auf Sanaa und Saada

Paris - Bei den internationalen Luftangriffen auf die jemenitische Hauptstadt Sanaa und die Rebellen-Hochburg Saada sind laut UNESCO wichtige Stätten des Kulturerbes beschädigt worden.

In der Altstadt von Sanaa seien bei "massiven Luftangriffen" der arabischen Militärkoalition alte Lehmhäuser, Moscheen und Hammams von vor dem 11. Jahrhundert "schwer beschädigt" worden, erklärte die UN-Kulturorganisation am Dienstag in Paris. Die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova verurteilte die Zerstörungen und rief alle Konfliktparteien zum Schutz des Kulturerbes auf.

Weltkulturerbe

Auch Saada, die Hochburg der Houthi-Rebellen im Norden des Jemen, sowie die Ausgrabungsstätte der befestigten vorislamischen Stadt Barakish im Nordwesten des Landes wurden den Angaben zufolge bei den Luftangriffen beschädigt. Die Altstadt von Sanaa gehört zum Weltkulturerbe. Die in einem Bergtal auf 2200 Meter Höhe im 7. und 8. Jahrhundert erbaute Stadt war ein wichtiges Zentrum für die Verbreitung des Islam. In der Altstadt gibt es 103 Moscheen, 14 Hammams und rund 6000 Häuser, darunter Turm- und Lehmhäuser aus vor dem 11. Jahrhundert.

Die von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition fliegt seit sechs Wochen Luftangriffe im Jemen. Die Allianz will den Vormarsch der Houthi-Rebellen stoppen und dem nach Saudi-Arabien geflohenen Präsidenten Abd Rabbu Mansour Hadi zurück an die Macht verhelfen. Die Angriffe richteten große Zerstörungen im Jemen an und führten zu einer humanitären Krise. Die Houthis und ihre Verbündeten in der Armee konnten durch die Angriffe aber bisher kaum zurückgedrängt werden. Am Dienstagabend sollte eine fünftägige Waffenruhe beginnen, um Hilfsgüter für die Bevölkerung zu liefern.

Ein Sprecher der Militärallianz betonte unterdessen, ein seit Sonntag vermisstes marokkanisches Kampfflugzeug sei nicht abgeschossen worden. Brigadegeneral Ahmed al-Assiri sagte in Riad, das Flugzeug sei wegen einer Panne oder eines Pilotenfehlers abgestürzt. Die Houthi-Rebellen hatten am Montag verkündet, eine F-16 in der Region von Saada abgeschossen zu haben. Ihr Fernsehsender zeigte das Wrack eines marokkanischen Flugzeugs. Al-Assiri rief die Houthis auf, das Rote Kreuz über das Schicksal des Piloten zu informieren. (APA, 12.5.2015)

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