Die Josefstadt wird moderner und ernster

12. Mai 2015, 16:45
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Anna Bergman und Oliver Reese sollen als Regisseure Akzente setzen

Wien - Herbert Föttinger ist als Mann des Theaters auch einer der Inszenierung. Zur Spielplanpräsentation empfängt der Hausherr von Josefstadt und Kammerspielen auf der Studiobühne in Aspern: Langsam lässt er sich von der Drehbühne ins Rampenlicht schieben. Der neue Proberaum ist Teil einer Modernisierung der Häuser, die auch deren Spielpläne erfasst. Inzwischen zum Uraufführungstheater und zum Komödienhaus profiliert, sollen beide Theater in der zehnten Spielzeit seiner Direktion laut Föttinger noch "moderner" und ernster werden.

Gerhart Hauptmanns Vor Sonnenuntergang und Lilian Hellmans Die kleinen Füchse als "Kapitalismusklammer", Florian Zellers Alzheimer-Drama Vater und Blue Moon. Eine Hommage an Billie Holiday, die sich mit Rassismus auseinandersetzt, dürften dies inhaltlich richten. Als Regisseure sollen u. a. Anna Bergman (Fräulein Julie) und Oliver Reese (Auslöschung), Peymann-Nachfolger am Berliner Ensemble, Akzente setzen. Frischer Autorenwind weht mit dem Österreicher Thomas Arzt (Totes Gebirge).

Kaufmännisch stehe man mit 8,21 Millionen Euro aus Karteneinnahmen für die laufende Spielzeit gut da, so der kaufmännische Leiter Alexander Götz. Um künstlerisch und personell den Status quo zu halten, seien aber eine Anhebung der Kartenpreise sowie eine Subventionserhöhung mindestens als Inflationsabgeltung nötig. In diesbezüglichen Verhandlungen mit dem Bund sei die Stadt Wien, die noch mitziehen muss, zurzeit das Zünglein an der Waage. (wurm, 12.5.2015)

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