Kein Wunder gegen Kanada

12. Mai 2015, 14:57
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Höchste Niederlage gegen Ahornblätter seit 22 Jahren

Prag - Österreichs Eishockey-Nationalmannschaft hat am Dienstag im abschließendes Spiel bei der WM in Prag eine zweistellige Niederlage kassiert. Das ÖEHV-Team unterlag WM-Favorit Kanada mit 1:10 (0:4,0:2,1:4). Es war die höchste Niederlage gegen Kanada seit 22 Jahren, seit einem 0:11 bei der WM 1993 in München.

Der eine Punkt, der nötig gewesen wäre, um aus eigner Kraft den Klassenerhalt zu schaffen, war für die Österreicher vor über 16.000 Zuschauern in der O2 Arena völlig außer Reichweite. Raffl und Co. konnten die kanadische NHL-Auswahl, die heuer zusammen über 92. Mio. Dollar verdient hat, nicht fordern. Der 24-fache Weltmeister feierte ohne Superstar Sidney Crosby locker seinen siebenten Sieg im siebenten WM-Spiel.

Dreimal konnte Torhüter Bernhard Starkbaum in den Anfangsminuten bei Großchancen klären, ehe Tyson Barrie nach Idealpass von Ryan O'Reilly das 1:0 (7.) besorgte. Durch weitere Tore von Matt Duchene (10.), Taylor Hall (12.) und Aaron Ekblad (15.) schlug sich die klare Überlegenheit des Rekord-Champions in einer auch in dieser Höhe verdienten 4:0-Drittelführung nieder.

Jason Spezza (22.) und Jordan Eberle (36.) legten im Mitteldrittel nach. Zu Beginn des Schlussdrittel gelang immerhin der Ehrentreffer durch Verteidiger Dominique Heinrich (43.). Nathan MacKinnon (43.), und Spezza, dessen Pass Verteidiger Daniel Mitterdorfer ins eigene Tor bugsierte, erhöhten aber innerhalb von zwölf Sekunden auf 8:1.

Brayden Schenn (47.) und Duchene (55.) machten die zweistellige Niederlage perfekt. Dennoch stimmten die wieder zahlreichen Fans der Österreicher in der Schlussminute "Immer wieder Österreich" an. (APA, 12.5.2015)

Eishockey-WM, Gruppe A, 12. Runde:

Kanada - Österreich 10:1 (4:0,2:0,4:1)
Tore: Barrie (7.), Duchene (10., 55.), Hall (12.), Ekblad (15.), Spezza (22., 44.), Eberle (36.), MacKinnon (43.), Schenn (47.) bzw. Heinrich (43.)

Stimmen:

Daniel Ratushny (Teamchef Österreich): "Wir hatten einen schlechten Start und waren offensichtlich nicht auf dem Level von Kanada. Ich werde mir das Spiel (Lettland-Frankreich) nicht in der Halle anschauen. Meine Eltern sind hier, sie fahren morgen wieder heim. Wir gehen in ein Lokal, wo es auch einen Fernseher gibt."

Todd McLellan (Teamchef Kanada): "Wir wollten das Spiel dazu nützen um zu sehen, wie weit wir in zwei Wochen gekommen sind. Wir haben vor zwei Wochen gegen Österreich gespielt (Anm.: 4:2 in Wien), damals war Österreich in der ersten Hälfte das bessere Team. Wir sind nun bereit für den Kampf um die Medaillen."

Niki Petrik (Stürmer Österreich): "Kanada ist momentan wirklich die stärkste Nation der Welt, das haben sie heute beweisen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir das vierte Spiel in fünf Tagen hatten, jedes Spiel war für uns sehr hart."

Thomas Raffl (Kapitän Österreich): "Es war ein unglaubliches Turnier, die Mannschaft war super, wir haben zusammengehalten, die Unterstützung der Fans war unglaublich. Wir schauen uns Lettland - Frankreich sicher nicht in der Halle an."

Dominique Heinrich (Torschütze Österreich): "Unser Plan war es, so wenig Torchancen wie möglich zuzulassen, das ist uns nicht gelungen."

Alexander Cijan (Stürmer Österreich): "Heute hat man den Qualitätsunterschied gesehen, daraus kann man nur lernen. Es sind so viele großartige Spieler, von denen man sich so viel abschauen kann."

  • Für Österreich heißt es weiter warten.
    foto: reuters/cerny

    Für Österreich heißt es weiter warten.

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