Privatunis wollen nicht immer vergessen werden

12. Mai 2015, 14:44
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Vorsitzender Wöber: "Es fehlt noch in den Köpfen"

Wien - Die Privatuniversitäten wollen von der Politik nicht ständig "vergessen" werden. Jüngster Anlass ist die geplante Novelle des Forschungs- und Technologieförderungsgesetz (FTFG), das keine Sitze für Privatunis in der Delegiertenversammlung des Wissenschaftsfonds FWF vorsieht. "Es fehlt noch in den Köpfen", bemängelte der Vorsitzende der Privatuniversitäten-Konferenz (ÖPUK), Karl Wöber.

Die Privatuniversitäten seien gesetzlich verpflichtet, sich auch der Grundlagenforschung zu widmen. Deshalb sei auch die Forschungsförderung explizit vom Verbot der Bundesfinanzierung der Einrichtungen ausgenommen, so Wöber am Dienstag vor Journalisten. Umso mehr verwundere es, dass den Privatunis kein Sitz in der FWF-Delegiertenversammlung zukomme - "obwohl dort praktisch schon fast jeder dabei ist". Immerhin wähle dieses Gremium das FWF-Kuratorium, das auch über die Förderung von Forschungsvorhaben entscheidet.

Unklare Bezeichnung "Universität"

Nicht nachvollziehen kann Wöber auch, warum in der Agentur für Qualitätssicherung und Akkreditierung Austria (AQ Austria), die unter anderem für die Akkreditierung von Privatunis zuständig ist, neben vier Fachhochschul-Vertretern und sechs Vertretern öffentlicher Unis nur zwei Privatuni-Vertreter sitzen. "Für uns sind die Konsequenzen aber am gravierendsten, weil wenn bei uns eine Akkreditierung schiefgeht, können wir zusperren."

Weiteres Problem: Derzeit sei es etwa in Ausschreibungen und Aussendungen nicht klar, ob beim Wort "Universitäten" die Privatunis mitgemeint seien - einmal sei dies der Fall, einmal nicht. "Im Gesetz wird zwar immer unterschieden zwischen Universitäten und Privatuniversitäten, im täglichen Sprachgebrauch aber nicht." Deshalb brauche es eine gesetzliche Klarstellung, dass "Universitäten" auch die Privatunis umfasse. In diesem Zusammenhang will die ÖPUK auch erreichen, dass die verbindliche Bezeichnung "Privatuniversität" in der Namensgebung der Uni und der Berufsbezeichnung ihrer Mitarbeiter abgeschafft wird.

Akkreditierungspflicht bei Weiterbildungen

Zum wiederholten Mal fordert die ÖPUK auch Waffengleichheit bei Weiterbildungsprogrammen ein: Die Privatunis müssten auch diese akkreditieren lassen, während öffentliche Unis, darunter auch die Donau-Uni Krems, und die Fachhochschulen "ihre" kostenpflichtigen Weiterbildungsprogramme keinem solchen Verfahren unterziehen müssten. "Wir wollen denen ihre Programme nicht verbieten, aber gleiche Voraussetzungen. Wer kommerzielle Programme anbietet, soll die auch nach dem Privatuni-Gesetz akkreditieren lassen müssen", so Wöber.

Derzeit gibt es in Österreich zwölf Privatuniversitäten mit insgesamt 9.300 Studenten. Das ist ein Plus von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt studieren 2,6 Prozent aller Hochschul-Studenten an einer Privatuni. (APA, 12.5.2015)

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