Deutschland fordert EU-Standards für Flüchtlingsunterbringung

12. Mai 2015, 13:48
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Innenminister: Es kann nicht sein, dass ein Land Asylwerber schlecht behandelt und dann weniger bekommt

Berlin – Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere fordert bei der geplanten neuen Verteilung von Flüchtlingen in der EU einheitliche Standards bei der Unterbringung. "Es kann nicht sein, dass ein Land Asylbewerber schlecht behandelt und als Dank dafür weniger bekommt", sagte der Minister am Dienstag. "Das ist keine gemeinsame europäische Verantwortung."

Die EU-Kommission müsse darauf achten, dass Unterbringung und Behandlung von Asylbewerbern gleichen humanitären Standards entsprächen. De Maiziere äußerte sich auf die Frage, ob es Sinn mache, Flüchtlinge auch auf Länder mit einem eher feindseligen Klima zu verteilen. Für Aufsehen etwa hat Ungarns Ministerpräsident Viktor Orban gesorgt, der Aufnahmequoten für Flüchtlinge ablehnt und erklärte, Ungarn wolle keine multikulturelle Gesellschaft.

Quotenmodell zur Verteilung

Die EU-Kommission wird vermutlich am Mittwoch ein Quotenmodell zur Verteilung von Flüchtlingen in der EU vorlegen. Dabei sollen neben der Bevölkerungszahl und dem Bruttoinlandsprodukt auch die Arbeitslosenquote und die Zahl der bisher aufgenommen Menschen eine Rolle spielen. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" will die Behörde vorschlagen, 40.000 Flüchtlinge zu verteilen: 20.000 aus der in Europa gestrandeten Gruppe und 20.000 aus Krisengebieten wie Syrien. Deutschland müsse mehr als 5000 Menschen aufnehmen.

Eine neue Verteilung sei nötig, sagte de Maiziere. Es könne nicht sein, dass fünf Länder, darunter Deutschland, 75 Prozent aller Flüchtlinge aufnähmen. (APA, 12.5.2015)

  • Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere will einheitliche EU-Standards bei der geplanten Verteilung von Flüchtlingen.
    foto: reuters/hannibal hanschke

    Deutschlands Innenminister Thomas de Maiziere will einheitliche EU-Standards bei der geplanten Verteilung von Flüchtlingen.

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