Weiße Strukturen auf Ceres könnten Eisansammlungen sein

12. Mai 2015, 14:13
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Neue Bilder zeigen, dass die rätselhaften Flecken auf dem Zwergplaneten feiner strukturiert sind als bisher angenommen

Washington/Köln – Seit Jahren rätseln Forscher über den Ursprung jener weißer Strukturen auf dem Zwergplaneten Ceres, die erstmals 2003 vom Hubble-Weltraumteleskop gesichtet wurden. In den vergangenen Monaten lieferte die Nasa-Raumsonde "Dawn" im Zuge ihrer Annäherung an Ceres immer detailliertere Aufnahmen der mysteriösen Flecken.

Ende April schwenkte "Dawn" in eine Umlaufbahn um den Zwergplaneten in einem Abstand von 13.600 Kilometern ein. Bis zum 6. Juni wird die Sonde nach und nach einen Abstand von nur noch 4.400 Kilometern erreichen und Ceres, dessen Durchmesser fast 1.000 Kilometer beträgt, alle drei Tage einmal umrunden.

Kleinere Spots

Aber schon jetzt lassen aktuelle Daten einiges über die Oberfläche und die mysteriösen Flecken erahnen: "Wir können sich auftürmende Dome erkennen, extrem unterschiedliche Kraterformen und ungewöhnlich flache Ebenen zwischen den Kratern", sagt Ralf Jaumann vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), der an der "Dawn"-Mission beteiligt ist.

Der hellste der rätselhaften Flecken befindet sich offenbar mitten in einem Krater. Die jüngsten Aufnahmen zeigen nun, dass die weiße Struktur aus mehreren kleineren Spots besteht, die einen Durchmesser von weniger als 1,3 Kilometer haben dürften.

Eis oder Salz?

Um präzise wissenschaftliche Aussagen treffen zu können, reiche die derzeitige Auflösung zwar noch nicht, so Jaumann. "Es ist aber wahrscheinlich, dass dort relativ frisches Eis vorhanden ist, aber auch Salz wäre eine plausible Erklärung."

Wie genau die Reflektionen zustande kommen, werden hoffentlich künftige, noch detailliertere Daten der Raumsonde klären. Die Manöver zum Erreichen der neuen Umlaufbahn haben jedenfalls bereits begonnen. (red, 12.5.2015)

  • Die bisher nähesten Aufnahmen der Oberfläche des Zwergplaneten zeigen, dass der hellste Fleck eigentlich aus mehreren kleineren besteht.
    foto: nasa/jpl-caltech/ucla/mps/dlr/ida

    Die bisher nähesten Aufnahmen der Oberfläche des Zwergplaneten zeigen, dass der hellste Fleck eigentlich aus mehreren kleineren besteht.

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