Roboter sollen Arbeit von Bombenentschärfern sicherer machen

12. Mai 2015, 12:18
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Aus sicherere Entfernung gesteuertes System kann terrorverdächtige Fahrzeuge selbstständig wegfahren

Ein neues Robotersystem kann terrorverdächtige Fahrzeuge aus sicherer Distanz wegfahren, ohne die Einsatzkräfte zu gefährden. Der Roboter ist für Kommandos zur Bombenentschärfung gedacht und wurde von Forschenden aus der Schweiz und der EU entwickelt.

Blockade

Damit können blockierende oder verdächtige Fahrzeuge schnell und sicher aus heiklen Positionen wie Parkhäusern, Tiefgaragen oder Tunnels entfernt werden, wie die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in einer Mitteilung schreibt. Die Entschärfer müssen sich somit nicht in die Gefahrenzone begeben.

Der Roboter ist mit Kameras und Sensoren ausgerüstet und erstellt eine 3D-Aufnahme der gesamten Szenerie. So bewegt er sich autonom in die Nähe des betreffenden Fahrzeugs. Danach setzt er vier flache und mit Scannern bestückte Mini-Roboter aus, die selbstständig unter die Räder des Fahrzeugs fahren und es wenige Zentimeter anheben.

Wegfahren

Die Einsatzkräfte können dann das Fahrzeug ferngesteuert oder halbautomatisch wegfahren. Die Steuerung für das "Autonomous Vehicle Emergency Recovery Tool" (AVERT) wurde am Institut für Mechatronische Systeme (IMS) der ZHAW School of Engineering entwickelt.

Das Entfernen solcher Fahrzeuge sei für die Entschärfer bisher sehr gefährlich gewesen, insbesondere an schwer zugänglichen Stellen, ließ sich ZHAW-Projektleiter Christopher Henschel zitieren. Mit dem Robotersystem könnten die Einsatzkräfte das Fahrzeug aus sicherer Distanz in jede Richtung bewegen, um Platz für die Entschärfung zu schaffen - ohne Infrastruktur oder Personal zu gefährden.

Praxisorientiert

Gemeinsam mit Bombenentschärfungsspezialisten in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz (Flughafenpolizei Zürich und Wissenschaftlicher Dienst der Stadtpolizei Zürich) sei der Roboter auf die Bedürfnisse in der Praxis zugeschnitten worden. Während der letzten Monate habe er sich in diversen Testszenarien bewährt, schrieb die ZHAW.

Das System soll in naher Zukunft existierende Strategien und Hilfsmittel ergänzen und so die Sicherheit bei kritischen Einsätzen erhöhen. Das System wurde im Rahmen des EU-FP7-Forschungsprogramms zusammen mit fünf europäischen Partnerinstitutionen aus vier Ländern entwickelt. Österreich war nicht beteiligt. (APA, 12.5.2015)

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