Fellner verneint TV-Pläne: Streaming-Kanal für 2016

12. Mai 2015, 11:46
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Aber "mittelfristig Perspektive Richtung Kabelnetze" - "Sicher nicht vor Wien-Wahl"

Wien - Die Mediengruppe Österreich plant ab 2016 einen Internet-TV-Kanal als Streaming-Angebot. Dies erklärte "Österreich"-Chef Wolfgang Fellner im Gespräch mit der APA. Anlass: Der STANDARD-Bericht über Rundfunk-Fernsehpläne der Mediengruppe Österreich und ein konkretes Konzept zum Thema mit Programmschema, im Konzept geplant für Herbst 2015. Fellner dementiert diese neuerlich - und bestätigt doch Kabel-Ambitionen.

"Wir wollen auf der Bewegtbildseite 2016 ein Angebot haben, das für unser Publikum und die Werber attraktiv ist", sagte Fellner. Als Vorbild dienten Streaming-TV-Kanäle aus Finnland oder den USA. Hintergrund: "Wir werden von Werbeagenturen gedrängt, mehr Bewegtbildangebot zu bieten."

"Erste Gehversuche" würden unter der Leitung von Katrin Lampe und oe24-Chef Niki Fellner bereits laufen, via oe24.at sowie über A1-TV, wie Fellner erklärte. Vor der Wien-Wahl würde das geplante Angebot aber "sicher nicht" starten. "Mit einer Wien-Wahl können sie, selbst wenn alle Parteien Werbung schalten, auch niemals einen Fernsehsender finanzieren. Das ist ja absurd."

"Grimms Märchen"

Einen Scherz nannte Fellner das im "Standard" kolportierte Programmkonzept für Fellners TV-Ambitionen mit "Verleger machen Fernsehen" als Kontrast zur "Zeit im Bild" des ORF oder Zuschauer-Wortspenden und Ansprachen am Nachmittag. Fellner: "Grimms Märchen. Keine Ahnung, wie man auf so ein Programmschema kommt. Es ist eine schwere Beleidigung meiner Intelligenz, zu glauben, ich würde gegen die 'Zeit im Bild' etwas wie 'Verleger machen Fernsehen' machen. Das ist jenseits von Rufschädigung. Wir leben im Internet-Zeitalter."

Kabelpläne bestätigt

Inhaltlich werde der Web-TV-Kanal eher wie das oe24.at-Angebot ausgerichtet sein: "jung, frauenaffin, Internet-affin", sagte der "Österreich"-Gründer. "Mittelfristig" gebe es für den TV-Kanal auch eine "Perspektive in Richtung Kabelnetze - Satellit eher nicht, weil das einfach zu teuer ist".

Zugang zu ORF-Inhalten

Vor dem Hintergrund der Bewegtbildpläne sei der Mediengruppe Österreich der "freie und offene Zugang zu ORF-Inhalten" wichtig. "Wir haben deshalb gegen die geplante gemeinsame Vermarktung von TVthek-Inhalten durch den ORF und einige VÖZ-Medien Beschwerde bei der Bundeswettbewerbsbehörde eingelegt. Es muss für alle den gleichen Zugang zu TVthek-Inhalten geben, und nicht nur für ein paar VÖZ-Zeitungen", sagt Fellner der APA. (APA, 12.5.2015)

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