"Metal Gear Solid 5": Spielfigur mit manipulierbaren Brüsten sorgt für Diskussionen

12. Mai 2015, 11:02
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Kontroverse Darstellung des weiblichen Charakters Quiet

Konami wird zum Ende 2015 erscheinenden Agentenspektakel "Metal Gear Solid 5: The Phantom Pain" Sammelfiguren herausbringen. Mit dem Kunststoffabbild des Charakters Quiet sorgt Produzent Hideo Kojima jetzt schon für Aufregung. Grund dafür: Die Figur der leicht bekleideten Soldatin verfügt über Brüste, die sich bewegen lassen. "PlayArtsKAI's Quiet ist bald erhältlich", schreibt Kojima auf Twitter. "Yoji, ein Supervisor sagt, dass manche weichen Materialien zusammengedrückt und hochgehoben werden können. lol", beschreibt der Entwickler seine geteilten Fotos von der Figur.

Ungleiche Darstellung

Wenngleich Kojima selbst über das Detail schmunzelt, fallen die Reaktionen auf die Darstellung des weiblichen Charakters in westlichen Fachmedien und auf sozialen Netzwerken weniger amüsiert aus. Vor allem, dass die männlichen Soldaten im Spiel und auch als Sammelfiguren Schutzkleidung und Panzerung tragen, während der bislang einzig bekannte zentrale weibliche Charakter halbnackt im Bikini und geschminkt dargestellt wird, hinterlasse einen merkwürdigen Beigeschmack. "Manipulierbare Brüste werden den bereits jetzt schon kontroversen Charakter wohl noch umstrittener machen", schreibt etwa die US-Seite Gamespot.

"Im Kontrast dazu hat Kojima Bilder der kommenden Raiden-Figur getweeted. Er trägt eine komplette Panzerung und es gibt keine Hinweise, dass sich sein Körper verformen lässt", schreibt die britische Seite Eurogamer. Männliche Erotik lässt Kojima allerdings auch nicht bei dem halb maschinellen Kämpfer Raiden aus, dessen Panzerung ebenfalls nackte Stahlhaut erblicken lässt. Dennoch, von einem Strandoutfit wie bei Quiet kann nicht gesprochen werden.

Kontroverse

Bereits bei der Erstvorstellung der "MGS5"-Protagonisten sorgte Quiet für Aufregung. "Ist mir egal, ob ich dafür in Schwierigkeiten gerate. Dieses Charakterdesign ist widerlich. Unsere Industrie sollte besser sein als das", schrieb etwa David Ellis, Content Producer bei 343 Industries (Halo 4), in einer Reaktion auf Twitter.

Gegenüber Fachmedien versuchte "Metal Gear"-Schöpfer Kojima seinen Standpunkt zu erklären, der die Kreation eines seiner Künstler zuvor noch als "erotisch" bezeichnete. "Erotisch war nicht wirklich das, was ich sagen wollte. Was ich in Wirklichkeit versuche, ist einzigartige Charaktere zu kreieren", sagt Kojima. "Ich wollte ihr diese Sexyheit verleihen." Die Charaktere im Spiel würden teilweise nur in sehr kurzen Dialogen in Erscheinung treten, weshalb bereits ihr Äußeres für ihre Eigenschaften sprechen müsse. "Deshalb wollten wir die Charakteristik von jeder einzelnen Rolle zeigen. Sexy kann auch für Typen, Waffen und Vehikel funktionieren, so charakteristisch ist es." Gleichzeitig erklärte Kojima, dass er den Charakter sexy gestaltet habe, um ihn für Cosplayer interessant zu machen.

Dass vielleicht doch mehr als nur optische Reize für männliches Publikum dahinterstecken, ließ Quiets Motion-Capturing-Modell Stefanie Joosten anklingen. "Natürlich war ich überrascht Quiets Outfit zu sehen. Aber wissen sie, es passt ins 'Metal Gear'-Universum. Kojima hat seine Gründe, weshalb Quiet anhat, was sie anhat. Spieler müssen sich nur etwas gedulden." Ob es dafür eine "manipulierbare Brüste" zum Angreifen braucht, ist eine andere Frage. (zw, 12.5.2015)

  • Artikelbild
    foto: hideo kojima
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