Bawag-Gewinn um die Hälfte höher

12. Mai 2015, 09:10
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Nettogewinn bei 121 Millionen Euro - Jahresbeitrag für Abwicklungsfonds schon verbucht

Wien – Die hauptsächlich den US-Fonds Cerberus und Golden Tree gehörende österreichische Bawag PSK hat im ersten Quartal 2015 einen Nettogewinn von 120,7 Millionen Euro ausgewiesen. Das war eine Steigerung um 51 Prozent zum Vorjahresquartal. Bankchef Byron Haynes sieht die Bank auf dem besten Weg, die Ziele für 2015 zu erreichen oder zu übertreffen, wie er im Zwischenbericht schreibt.

Die operativen Kernerträge sind demnach um 13 Prozent gestiegen, während die operativen Aufwendungen um vier Prozent sanken. Die Kreditrisikovorsorgen gingen um 44 Prozent auf 11 Millionen Euro zurück.

Im ersten Quartal hat auch die Bawag bereits den im Jahr 2015 absehbaren Aufwand für den österreichischen Abwicklungsfonds eingebucht. Die Bank setzten diese Zahlung mit 3,3 Millionen Euro an.

Keine außerplanmäßigen Abschreibungen

In der Bawag PSK waren in den letzten zwei Quartalen keine außerplanmäßigen Abschreibungen nötig. Die US-fondsdominierte Bank betont heutzutage ihr "niedriges Risikoprofil". Das wolle man beibehalten. Im Quartalsbericht wird ausdrücklich erwähnt, dass es im Wertpapierbestand kein direktes Exposure gegenüber Russland, Ukraine, Ungarn oder im Südosten gebe. Und auch nichts in der Hypo-Bad-Bank Heta.

Zum 31. März 2015 belief sich nach Bankangaben das gesamte Investmentportfolio auf 5,4 Milliarden Euro. Das Zentral/Osteuropa-Exposure (Anleihen) belief sich dabei auf weniger als 5 Prozent des Gesamtportfolios.

Osteuropakredite zurückgefahren

Den mittlerweile stark zurückgefahrenen Bestand an Osteuropakrediten hat die Bank - die ihre Osteuropabeteiligungen nach der Übernahme durch Cerberus gänzlich abgestoßen hat - weiter reduziert. Das verbleibende Kommerzkreditvolumen in Ländern Zentral/Osteuropas lag zum Quartalsstichtag bei 0,4 Prozent der Bilanzsumme.

Im ersten Quartal 2015 wurde das Osteuropakreditportfolio wieder um 49 Millionen Euro reduziert. Das aktuelle CEE-Kreditportfolio weist nach Bawag-Angaben 200 Millionen Euro auf. Ziel sei es, die CEE-Forderungen vollständig abzubauen.

Insgesamt stiegen laut Bawag PSK heuer im ersten Quartal die Kredite und Forderungen an Kunden um 280 Millionen Euro oder 1 Prozent auf 22 Milliarden Euro. Während das inländische Kreditgeschäft verhalten blieb und die Kreditsummen im Osten zurückgefahren werden, wird im internationalen Geschäft (vor allem Westeuropa, USA) Wachstum vermeldet.

Ivest verkauft

Im ersten Quartal 2015 wurde die Bawag PSK Invest verkauft und damit aus der Bawag-Bilanz endkonsolidiert. Käufer der Fondsgesellschaft war der französische Vermögensverwalter Amundi.

Die Kernkapitalquote (CET1, unter Vollanwendung Basel-Vorgaben) gab die Bawag PSK per Ende März mit 13,5 Prozent an.

Für die Bawag werden mit Hilfe internationaler Investmentbanken seit längerem Optionen ausgelotet, was Spekulationen um einen nahenden Verkauf neuen Auftrieb gegeben hatte.

Im jetzigen zweiten Quartal fand die "finale Bereinigung" von nicht dauerhaft anrechenbaren Tier-1-Kapitalinstrumenten statt, die entsprechende Rückzahlung beläuft sich auf 83 Millionen Euro. (APA, 12.5.2015)

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