Googles selbstfahrende Autos bisher in elf Unfälle verwickelt

12. Mai 2015, 08:28
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Allerdings allesamt durch Dritte verursacht – Bei 1,6 Millionen gefahrenen Kilometern

Es ist eines der zentralen Versprechen von selbstfahrenden Autos: die Zahl der Unfälle im Straßenverkehr deutlich zu reduzieren. Sind es doch vor allem menschliche Fehler, die zu Problemen führen. Computer hingegen werden nicht müde, sie sind nicht unaufmerksam und neigen auch nicht zu riskantem Fahrverhalten – so die einfache Rechnung der Proponenten solcher Technologien.

Zahlen

Doch entspricht dies auch der Realität? In einem Blog-Post auf Medium liefert Chris Urmson, Chef von Googles Programm für selbstfahrende Autos, nun erstmals konkrete Zahlen, und diese sind durchaus vielversprechend. In den sechs Jahren seit dem Start des Projekts seien Googles-Autos zwar bereits in elf Unfälle verwickelt gewesen. Allerdings sei kein Einziger davon von den selbstfahrenden Fahrzeugen verursacht worden.

Beispielhaft

Der Google-Entwickler betont, dass die eigenen Autos darauf ausgelegt sind, Unfälle, so es nur irgendwie geht, zu vermeiden. Also versuchen sie, gefährliche Situationen zu antizipieren und auf diese entsprechend zu reagieren. Urmson liefert dazu auch einige Beispiele, denen man im Straßenalltag begegnet ist. Von Autofahrern, die auf der falschen Spur unterwegs sind, bis zu Fahrradfahrern, die zu spät in die Ampel einfahren.

Unvermeidlich

Trotzdem könne man natürlich nicht alle Zusammenstöße vermeiden. "Wenn man genug Zeit auf der Straße verbringt, werden Unfälle passieren, egal, ob man in einem 'normalen' Auto oder einem selbstfahrenden Fahrzeug sitzt", so Urmson. Das zeigt sich auch anhand des Zahlenmaterials: In sieben der elf Fälle seien andere Verkehrsteilnehmer auf das stehende Google-Auto von hinten aufgefahren. Verletzte habe es dabei nie gegeben, insofern sieht das Unternehmen darin vor allem das Positive: Aus jedem Vorfall könne man für die Zukunft lernen, um die Software der selbstfahrenden Autos noch mehr zu verfeinern.

Zahlen

Im Verlaufe der vergangenen Jahre haben die Google-Autos mehr als 2,7 Millionen Kilometer im freien Straßenverkehr zurückgelegt, so Urmson. Davon sei bei 1,6 Millionen Kilometer der Computer selbst gefahren, sonst kam ein menschlicher Fahrer zum Einsatz, der in der aktuellen Testphase aus Sicherheitsgründen immer mit dabei ist.

Consumer Watchdog fordert Veröffentlichung der Unfallberichte

Die Verbraucherorganisation Consumer Watchdog kritisiert, dass die selbstfahrenden Autos letztlich ohne Lenkrad, Brems- und Gaspedal ausgeliefert werden sollen, was eine Übernahme der Kontrolle im Notfall verunmögliche. Man hat Google aufgefordert, die Berichte zu den elf Unfällen zu veröffentlichen. (apo/APA, 12.5.2015)

  • Auch Googles selbstfahrende Autos können nicht alle Unfälle vermeiden.
    foto: google

    Auch Googles selbstfahrende Autos können nicht alle Unfälle vermeiden.

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