Fackellilie: Die Rote, gesehen in Südafrika

Kolumne21. Mai 2015, 10:16
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Die Fackellilie fühlt sich auch in unseren Breiten wohl - Sie braucht nur viel Licht, dann blüht sie den lieben langen Sommer über, weiß Gregor Fauma

15. Mai, wer erinnert sich nicht! Am 15. Mai 2004 hat die Fifa die Vergabe der Fußballweltmeisterschaft 2010 an Südafrika verkündet. Man munkelt, es wären Bestechungsgelder geflossen, die diese Entscheidung bahnend beeinflusst hätten - aber das ist natürlich Humbug. Bei der Vergabe an Südafrika war ausschließlich die Vegetation dieses Kontinentzipfels entscheidend.

Die Funktionäre wollten eigentlich nur einige Wochen umgeben von ganz wunderbaren Pflanzen verbringen. Und die Pflanzen Südafrikas sind wunderbar. Das Schöne an ihnen: Sie gedeihen auch in unseren Breiten. Sie brauchen nur viel Licht und moderaten Frost. Dann klappt das in der Regel.

Eine der entzückendsten Südafrikanerinnen ist ein wenig aus der Mode gekommen, eine typische 1980er-Jahre-Pflanze. Es geht um die Fackellilie Kniphofia, die, der englischen Popgruppe Kajagoogoo nicht unähnlich, erst unglaublich gehypt wurde, um dann für lange Zeit in der Versenkung zu bleiben. Zu Unrecht, wie auch bei Kajagoogoo übrigens.

Mehrjährig dient die Fackellilie all jenen Gartlerinnen und Gärtnern, die nicht jedes Jahr eine Rabatte frisch bepflanzen wollen. Das Krautige an ihnen schützt sie vor Windbruch. Erstmal fein.

Abgebrannt

Weiters blüht sie einer brennenden Fackel entsprechend: Das dunkle Rot wird hell, das helle Rot wird orange, das Orange wird gelb. Und sie blüht und blüht und blüht - den ganzen Sommer über, wenn sie windgeschützt, in gut drainagierter und nährstoffreicher Erde steht.

Das ist typisch für diese Südafrikanerin: Die Erde soll sehr durchlässig sein, aber niemals ganz austrocknen. Sie vermehrt sich durch Rhizome und lässt sich demnach gut durch Teilung vermehren. Auch bilden sich immer wieder Tochterrosetten, die man im Herbst mit ein wenig Wurzelmasse von der Mutterrosette abtrennen und erneut einsetzen kann.

Die Fackellilie ist für einen Winterschutz dankbar, auch wenn sie mit ein wenig Frost ganz gut zurechtkommt. Im Frühjahr kann man die Blätter handbreit über dem Boden abschneiden und darauf hoffen, dass die Fackellilie erneut und noch üppiger austreiben wird.

Eine entzückende Sorte ist die "orange vanila popsicle". Sie blüht in den Farben Rot, Orange und Cremeweiß und erreicht mit 50 Zentimetern eine geringere Wuchshöhe als die meisten anderen, die doch 80 bis 160 Zentimeter hoch werden.

Von Juni bis Oktober zeigt sie dann ihre ganze Pracht - von wegen "Too shy-shy", wie Kajagoogoo trällerten. (Gregor Fauma, Rondo, 21.5.2015)

Tipp zur Fackellilie:
Für wirklich kühle bis kalte Lagen eignen sich die Sorten Safranvogel und Royal Standard. Mit Pampasgras kombiniert, wirken sie besonders gut.

  • Die Fackellilie gedeiht nicht nur in Südafrika, sondern auch in unseren Breiten.
    illustration: dennis erikkson

    Die Fackellilie gedeiht nicht nur in Südafrika, sondern auch in unseren Breiten.

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