Strabag muss wegen Autobahnauftrags zittern

11. Mai 2015, 19:08
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M4-Weiterbau zur "Todesstraße" mit minimalen Sicherheitsvorkehrungen oder "Betontorso" möglich

Budapest – Der Baukonzern Strabag muss weiter um seinen Auftrag beim Bau des dritten Abschnitts der ungarischen Autobahn M4 zwischen Abony und Fegyvernek zittern. Denn nach dem Stopp des Baus im Osten des Landes durch die ungarische rechtskonservative Regierung Ende März seien deren Pläne hinsichtlich des Weiterbaus immer noch unsicher, berichten ungarische Medien heute Montag.

Bisher habe der Autobahnabschnitt bereits 60 Mrd. Forint (197,43 Mio. Euro) verschlungen. Falls weitergebaut werde, dann mit sparbedingten "Abstrichen hinsichtlich Elementen der Verkehrssicherheit". Aus der Autobahn M4 könnte so eine "Todesstraße" werden, schreibt das Internetportal NOL.hu der Tageszeitung "Nepszabadsag". Die Regierung würde erwägen, das zu 30 Prozent fertige Projekt nur dann zu beenden, wenn der Preis der noch ausstehenden notwendigen Arbeiten "niedrig gehalten wird". Laut NOL.hu. könnten möglicherweise Überführungen und Pannenstreifen nicht gebaut werden, oder es könnten die Schnellstraße sogar untergeordnete Straßen kreuzen. Ansonsten könnte das Projekt auch ein "Betontorso" bleiben. Es gebe bisher keine Angaben, welche Summe die Regierung für den Weiterbau für akzeptabel hielte.

Baustopp im März wegen Kartellverdachts

Der Stopp des Autobahnbaues wurde im März von der Regierung beschlossen, nachdem die EU-Kommission sich über vermutete illegale Preisabsprachen bei diesem Projekt besorgt zeigte. Wie damals berichtet, hatte die Kommission den Preis von 4 Mrd. Forint (13,49 Mio. Euro) pro Kilometer in einer flachen Landschaft für zu hoch gehalten und die Rechnung des ungarischen Staates für EU-Förderung unbezahlt zurückgesendet. Parallel zum Baustopp verlangte die Regierung von den am Bau beteiligten Unternehmen Vorauszahlungen über 22 Mrd. Forint (74 Mio. Euro) zurück.

Neben der österreichischen Strabag sind vom Baustopp auch andere lokale und überregional agierende Firmen betroffen, darunter Colas Hungaria und Swietelsky Magyarorszag. Die M4 soll als Verbindungsstrecke zwischen Budapest und der ukrainischen Grenze dienen und eine Länge von 233 Kilometern haben. (APA, 11.5.2015)

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