Ein Steuerrechtler eröffnet die Song-Contest-Proben

11. Mai 2015, 18:09
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Die ersten acht Teilnehmerländer probten in der Wiener Stadthalle für den Song Contest

Am ersten Tag der Proben zum Eurovision Song Contest machte Eduard Romanyatu aus der Republik Moldau den Anfang. Die erste Zeile seines Lieds "I want your love" lautet: "Oh-a-oh"

Doch der 22-jährige hat neben der Musik auch die Uni im Kopf, er macht gerade seinen Abschluss in Steuerrecht. Thema seiner Arbeit: "Internationalen Steuerwettbewerb und Steuerpolitik der Ukraine im Kontext der Euro-Integration"

foto: apa/hochmuth
Startnummer 1: Eduard Romanyatu aus der Republik Moldau

Er war der erste von insgesamt acht Teilnehmer, die am Montag erstmals auf der Bühne der Wiener Stadhalle standen. Weiter Länder waren: Armenien, Belgien, Niederlande, Finnland, Griechenland, Estland und Mazedonien

"Armenischen Diaspora"

Gleich eine historische Aufgabe sehen die sechs Mitglieder von Genealogy, dem armenischen Vertreter, für sich. "Wir repräsentieren die armenische Diaspora - und wir hoffen, dass das im Lied rüberkommt", so Tamar Kaprelian, die mit armenischen Wurzeln aus den USA kommt, während ihre fünf Kollegen jeweils andere Kontinente repräsentieren. "Wir sind durch unsere Wurzeln vereint", umriss Inga Arshakyan, die für das Heimatland selbst steht, die Idee. Die sechs Sänger wurden eigens für den Wettbewerb gecastet.

"Bizarr professionell"

Die niederländische Song-Contest-Teilnehmerin Trijntje Oosterhuis zeigte sich von der Organisation in Wien begeistert. "Es ist bizarr, wie professionell das hier ist und wie nett alle sind", so Oosterhuis, deren Kleid für Gesprächsstoff sorgte.

foto: apa/jäger
Trijntje Oosterhuis will "aufblühen und glänzen"

Die Niederlande haben in den vergangenen beiden Jahren mit Anouk (Platz 9) und The Common Linnets (Platz 2) mehr als achtbare Erfolge beim ESC eingefahren. "Ich bin mir meiner Verantwortung natürlich bewusst", so Oosterhuis. "Ich möchte das Beste für mein Land, mein Team und natürlich mich selbst herausholen. Aber man darf als Künstlerin nicht verängstigt sein, sondern muss aufblühen und glänzen."

Der Mensch, der Roboter

Belgiens Vertreter Loic Nottet verbindet mit seinem Song "Rhythm Inside" eine Botschaft - die gegen perfektionierte Körper: "Ich empfinde perfekte Menschen als Roboter." Sein eigenes Erfolgsrezept sei jedenfalls einfach: "Ich versuche nicht, jemand zu sein, der ich nicht bin."

Neben den Songs wird an den Probentagen auch die Bühnentechnik getestet: Die Bühne in Form eines Auges ist 43 Meter breit, 1288 einzelne LED-Stelen bilden das Auge. Insgesamt 800 Menschen sind anderen Produktion des Song Contests beschäftigt, hinzu kommen noch 800 Freiwillige. Insgesamt 40 Länder nehmen heuer Teil. Noch sind nicht alle Journalistinnen und Journalisten eingetroffen - insgesamt werden 1550 aus 85 Ländern erwartet. (red, APA, 11.5.2015)

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