Deutsche blicken skeptischer auf Israel als umgekehrt

11. Mai 2015, 17:33
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Vor 50 Jahren nahmen Berlin und Jerusalem diplomatische Beziehungen auf

Berlin - Seite an Seite schritten der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck und Israels Staatspräsident Reuven Rivlin am Montag in Berlin über den roten Teppich. Rivlin ist drei Tage in Berlin, um mit der deutschen Staats- und Regierungsspitze den 50. Jahrestag der Aussöhnung zwischen den beiden Staaten zu feiern.

Am 12. Mai 1965 - neun Jahre nach Österreich - nahm Deutschland mit Israel diplomatische Beziehungen auf. Die Widerstände waren zunächst vor allem in Israel groß. Heute nennt der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) die Entwicklung "eine fast unmögliche Erfolgsgeschichte."

Israels Sicherheit als Teil deutscher Staatsräson

Für Kanzlerin Angela Merkel gehört die Sicherheit Israels zur deutschen Staatsräson. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt jedoch, dass die Mehrheit der Deutschen kritischer ist. Nur 36 Prozent der Deutschen haben eine gute Meinung von Israel. Umgekehrt sehen 68 Prozent der Israelis Deutschland positiv.

"Der sich abzeichnenden Entfremdung entgegenzuwirken ist eine wichtige Herausforderung für die Zukunft. Es gibt keinen Automatismus, dass die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel so gut und so besonders bleiben", sagt Stephan Vopel, Israel-Experte der Stiftung. Er fordert mehr Begegnung zwischen Jugendlichen. (bau, DER STANDARD, 12.5.2015)

  • Reuven Rivlin (li.) und Gastgeber Joachim Gauck.
    foto: apa/epa/soeren stache

    Reuven Rivlin (li.) und Gastgeber Joachim Gauck.

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