Gesunde Fettsäuren: Chinesische Forscher züchten "fischiges" Fleisch

16. Mai 2015, 17:30
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In Rinderföten eingeschleustes Fadenwurm-Gen erhöht Anteil an Omega-3-Fettsäuren

Yangling – Über Chinas Lebensmittel gibt es immer wieder Erstaunliches zu berichten. Die jüngste Neuigkeit kommt aus Labors einer Universität der Stadt Yangling und dem "nationalen Zentrum für Rindfleischverbesserung" ebenda: Dort haben Forscher erstmals Rinder gezüchtet, deren Fleisch - ähnlich wie bei Fisch - reich an gesunden Fettsäuren ist.

Wie die Wissenschafter im Fachblatt "Biotechnology Letters" berichten, konnten sie erfolgreich in Föten chinesischer Rinder der Rasse Luxi das Fett1-Gen des Fadenwurms einschleusen. Das Besondere daran: Dieses Gen wandelt Fettsäuren in "gesunde" ungesättigte Fettsäuren um, die vor allem in Fischfleisch enthalten sind.

"Erstmalig konnten wir den Nachweis erbringen, dass es möglich ist, eine im Hinblick auf die Zusammensetzung ihrer Fettsäuren, neue ernährungstechnisch bessere Rinderrasse zu züchten", sagt der Co-Autor Linsen Zan vom College of Animal Science and Technology der Universität Yangling.

"Abnormalitäten" und Komplikationen

Von 14 Kälbern, die das Fett1-Gen bekamen, starben allerdings 11 innerhalb der ersten vier Monate, überwiegend an Entzündungen bzw. an einer bei Rindern häufig auftretenden Infektion, der sogenannten hämorrhagischen Septikämie. Zur Aufklärung der genauen Gründe bedürfe es weiterer Untersuchungen, so die Forscher. Eine nicht vollständige Umprogrammierung der Zellen oder die Tatsache, dass manche Gene während der Entwicklung der Embryonen gewissermaßen an- und ausgeschaltet werden, könne die Ursache für Abnormalitäten gewesen sein.

"Im Hinblick auf die besten wissenschaftlichen und landwirtschaftlichen Methoden, mit denen wir ein ernährungstechnisch wertvolles Rind mit hohem Anteil an Omega-3-Fettsäuren bekommen, gibt es noch viel zu lernen. Aber der Anfang ist gemacht", zeigte sich Erstautor Gong Cheng überzeugt. (red, 16.5.2015)

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