Rätsel der Schicksalssymphonie

11. Mai 2015, 17:10
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Lars E. Laubhold präsentiert am Dienstag sein Buch über Beethovens 5. Symphonie im Salzburger Mozart-Wohnhaus

Ta - ta - ta-taaa ... ... ....! Auch wer nur wenig mit Klassik am Hut hat, kennt und erkennt die ersten Töne von Beethovens 5. Symphonie. Man hat sie in aller Regel in der gängigsten Lesart im Ohr. Doch das, was man da hört, deckt sich nicht unbedingt mit dem, was in der Partitur notiert ist. Tatsächlich lässt Beethovens Schreibweise unterschiedliche Schlüsse zu.

Aber die gesamte sogenannte Schicksalssymphonie steckt voller Rätsel für die Interpretation: vom ersten Satz, der - bis auf seine berühmte kleine Oboenkadenz - obsessiv durchpulsiert und keine Ruhepunkte kennt, bis zur Verschränkung von Scherzo und Finale und der apotheotischen Wendung von Moll nach Dur.

Die enorme Vielzahl von Interpretationen, die auf Tonträgern verfügbar sind, hat Lars E. Laubhold für ein gewichtiges Buch herangezogen, das am Dienstag im Salzburger Mozart-Wohnhaus präsentiert wird. Vom Mahler-Zeitgenossen Arthur Nikisch, der Bruckner uraufgeführt hat, bis zum Originalklangspezialisten Roger Norrington reichen die untersuchten Aufnahmen, wobei die Ära Herbert van Karajans einen besonderen Stellenwert einnimmt.

Besonders eingehend hat sich der Autor jedoch mit den historischen Interpretationsansätzen befasst, etwa mit der deutsch-österreichischen "Espressivo-Tradition", deren Spuren wie andere Traditionen bis heute nachweisbar sind - trotz der Einflüsse der historisch informierten Aufführungspraxis, deren Folgen für die Zeit nach Karajan ebenso analysiert werden. (daebn, 11.5.2015)

12.5., Jürg Stenzl im Gespräch mit dem Autor, Mozart-Ton-und-Film-Sammlung im Mozart-Wohnhaus, Salzburg, Makartplatz 8, 18.00

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