Drogenverdacht: Steirische Lehrerin bisher nicht vernommen

11. Mai 2015, 12:46
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Drogen und sexuelle Belästigung stehen im Raum, doch auch Aussagen über Intrigen - Möglicherweise haben Schüler bei Verdächtiger übernachtet

Leoben - Eine steirische Lehrerin, die Schülern angeblich Drogen mit selbst gemachten Gummibärchen und Nachhilfestunden bei ihr zu Hause gegeben hat, ist bisher noch nicht vernommen worden. Die junge Frau - sie soll Mitte 20 sein - ist laut Staatsanwaltschaft Leoben in ärztlicher Behandlung. Die Pädagogin wurde vor einer Woche vom Unterricht suspendiert.

Nicole Dexer, Sprecherin der Staatsanwaltschaft, erklärte am Montag, dass die Ermittlungen erst am Anfang stehen. Es gibt den Verdacht, dass Drogen im Spiel waren, und auch sexuelle Belästigung stehe im Raum. Derzeit werde auch geprüft, ob es stimmt, dass Schüler - es sollen drei Buben und zwei Mädchen betroffen sein - bei ihr übernachtet haben. Angezeigt wurde die Frau vergangene Woche von Eltern. Eine Vernehmung der Beschuldigten ist laut Dexer bisher nicht möglich gewesen.

Seitens der Polizei hieß es, dass nun alle Schüler der Lehrerin aus der Obersteiermark befragt werden und Beweismaterial gesammelt wird. Das Landesschulratspräsidium hat sich ebenfalls eingeschaltet.

Das Ganze "aufgebauscht"

Aus dem Büro von Landesschulrätin Elisabeth Meixner wurde am Montag bestätigt, dass die Lehrerin derzeit nicht unterrichtet und suspendiert ist. Die Weisung liegt in der Schule auf. Welche Fächer die Beschuldigte unterrichtete, dürfe aufgrund des Datenschutzes nicht bekannt gegeben werden.

Sie unterrichtete seit dem Herbst des Vorjahres an der Neuen Mittelschule und sei laut der Schulleitung bisher nicht negativ aufgefallen. Sie soll Schülern, die sich schwergetan haben, zu Hause unentgeltlich geholfen haben. Laut dem Landesschulrat haben sich die vorgeworfenen Handlungen im außerschulischen Bereich abgespielt. Grundsätzlich sind Beziehungen zu Schülern nicht erlaubt, damit sei auch seitens des Landesschulrats keine Übernachtung gestattet. Eigentlich dürfen Lehrer ihre Schützlinge nicht einmal im Privatauto mitnehmen.

Die Schulpsychologen sind nun an Ort und Stelle und betreuen die Kinder und Jugendlichen. Laut der Schulleitung sollen vier Schüler direkt betroffen sein, andere Eltern dagegen meinten, das Ganze sei "aufgebauscht", sagte der Stellvertreter des Direktors, Ewald Peer, dem ORF Radio Steiermark. Die Frau soll in ihrer Freizeit Lernbetreuung gemacht haben, bei der einige Kinder der Schule dabei waren, was er lobenswert nannte.

Medien berichteten aus dem Umfeld der Schule, dass es sich um eine Intrige handeln könnte: Ein 14-Jähriger - er soll der Polizei schon vorher bekannt gewesen sein - und seine Eltern könnten sich an der Lehrerin, die bisher eher durch ihr Engagement aufgefallen sein soll, rächen wollen. (APA, 11.5.2015)

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