Vielfalt: Mehr Reden als Tun

12. Mai 2015, 05:30
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Diversity werde zwar als Erfolgsfaktor gesehen, bleibt aber überwiegend ein Thema in den Personalabteilungen, zeigt eine aktuelle Studie.

Corporate Social Responsibility (CSR) hat sich als Managementansatz in den ATX-Unternehmen weitgehend etabliert. Alle ATX-Unternehmen beschäftigen sich mittlerweile mit dem Prinzip der gesellschaftlichen Verantwortung und Nachhaltigkeit. Diversity-Management (DiM) ist im Vergleich zu CSR weiterhin deutlich geringer institutionalisiert, so das Ergebnis einer Studie von factor-D Diversity Consulting in Kooperation mit der Erste Group.

Diversity werde zwar als Erfolgsfaktor gesehen, bleibt aber überwiegend ein Thema in den Personalabteilungen. Haupttreiber für DiM sind vor allem der bessere Zugang zu potenziellen Talenten und die erhöhte Mitarbeiterbindung. Die wichtigsten Dimensionen dabei sind "Geschlechter" und "Alter".

Diversitätskonzepte ausständig

Für Employer-Branding werden zwar sowohl CSR als auch DiM eingesetzt, beide Bereiche sind aber ambivalent zu beurteilen. Denn obwohl alle befragten Unternehmen beide Konzepte als Möglichkeit für den besseren Zugang zu potenziellen Mitarbeitern identifizieren, nutzt nur die Hälfte davon CSR und DiM in der Ausformulierung einer inklusiven Arbeitgebermarke. Bis jetzt werden CSR und DiM im Employer-Branding der ATX-Unternehmen noch wenig genützt. Vor allem zielgruppenspezifische Maßnahmen bleiben aus.

Im Bereich der Offenlegung von Diversitätsaspekten besteht noch großer Entwicklungsbedarf, insbesondere im Hinblick auf die kommende EU-Richtlinie "Non Financial Reporting". Nur wenige Unternehmen (25 Prozent) veröffentlichen derzeit ein umfassendes Diversitätskonzept.

Und die Mehrheit der Befragten beobachtet das Phänomen Unconscious Bias in ihren Unternehmen. Jedoch nur elf Prozent setzen entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung von unbewussten Vorurteilen. (red, DER STANDARD, 9./10.5.2015)

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