Jemen: Huthis melden Abschuss von Kampfjet aus Marokko

11. Mai 2015, 19:41
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Weiterhin heftige Artillerieduelle, Waffenruhe soll am Dienstag in Kraft treten

Sanaa/Rabat - Einen Tag vor dem geplanten Beginn einer Waffenruhe im Jemen haben sich saudi-arabische Truppen und Huthi-Rebellen am Montag über die Grenze hinweg heftige Artillerieduelle geliefert. Die Huthis feuerten nach eigenen Angaben Raketen und Granaten auf die Städte Jisan and Najran. Auch ein Flugzeug der von Saudi-Arabien angeführten und den USA unterstützten Militärkoalition haben die Rebellen demnach abgeschossen.

Der Fernsehsender der Rebellen berichtete am Montag, die Luftabwehr habe über Wadi Nushi in der nördlichen Rebellenhochburg Saada ein gegnerisches Flugzeug vom Himmel geholt. Der Sender zeigte Bilder mit jubelnden Huthis neben einem Flugzeugwrack mit marokkanischer Kennung auf einem Flügel.

Kurz zuvor hatte das zur arabischen Militärkoalition gehörende Marokko einen seiner Kampfjets als vermisst gemeldet. Der Kontakt zum F-16-Kampfflugzeug und seinem Piloten sei am Sonntagnachmittag abgerissen, hieß es in einer Erklärung der marokkanischen Streitkräfte. Ein am Formationsflug beteiligtes zweites Flugzeug habe nicht feststellen können, ob sich der Pilot mit dem Schleudersitz habe retten können. Marokkanischen Medienberichten zufolge ist das nordafrikanische Land mit sechs F-16-Kampfjets an den Angriffen der Militärkoalition gegen mutmaßliche Rebellenstellungen im Jemen beteiligt.

"Humanitäre Notlage"

In Berlin sagte Außenamtssprecher Martin Schäfer, eine Umsetzung der angekündigten humanitären Feuerpause durch alle Konfliktparteien wäre sehr zu begrüßen. Im Jemen gebe es eine "echte humanitäre Notlage", von der "Hunderttausende Menschen" betroffen seien. Darüber hinaus sei eine Friedenskonferenz in Riad oder anderswo "zwingend geboten", fügte Schäfer hinzu.

Der Iran forderte zugleich eine unbefristete Feuerpause. "Diese vorübergehende Waffenruhe sollte dauerhaft werden, für humanitäre Hilfe und danach auch für das Erreichen einer politischen Lösung", sagte Außenminister Mohammed Javad Zarif am Montag.

Zuvor habe Saudi-Arabien mehr als 150 Raketen auf die jemenitischen Provinzen Saada und Hajjah geschossen. Außerdem hätten saudi-arabische Kampfflugzeuge Stellungen der Huthi in der Stadt Tais und in der Ölprovinz Marib östlich von Sanaa angegriffen. Auch ein Waffen- und Munitionsdepot nahe Sanaa soll getroffen worden sein. Mindestens fünf Menschen wurden dabei getötet, Informationen über weitere Opfer gab es nicht.

Huthis kontrollieren Großteil

Seit mehr als sechs Wochen versuchen Saudi-Arabien und mehrere mit ihm verbündete Staaten die vom Iran unterstützten outhi-Rebellen mit Luftangriffen zurückzudrängen. Erfolgreich sind sie damit bisher kaum. Die schiitischen Huthi kontrollieren nach wie vor einen großen Teil des Jemens.

Am Sonntag hatten die Huthi-Rebellen einer fünftägigen Feuerpause zugestimmt, damit Hilfsgüter in das Land gebracht werden können. Sie soll ab Dienstag gelten. (APA, 11.5.2015)

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