Österreicher sitzt wegen Fotos seit acht Wochen in Dubai fest

10. Mai 2015, 22:46
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Architekt fotografierte iranische Botschaft in Abu Dhabi - Vorwurf kann von Verwaltungsübertretung über Spionage bis Terrorverdacht gehen

Wien/Dubai - Ein österreichischer Architekt darf laut einem Bericht der Tageszeitung "Kurier" seit rund acht Wochen nicht aus dem Vereinigten Arabischen Emirat Dubai ausreisen. Grund dafür sei, dass er die iranische Botschaft im Emirat Abu Dhabi fotografiert hat - was verboten ist. Außenministeriumssprecher Martin Weiss bestätigte die Angaben gegenüber der APA am späten Sonntagabend.

Die Behörden würden dem Österreicher vorwerfen ein Gebäude fotografiert zu haben - in einem Gebiet wo man keine Fotos schießen dürfe, erklärte Weiss. Der Vorwurf, dem man sich nach unbefugtem Schießen von Fotos stellen müsse, könne von einer Verwaltungsübertretung über Spionage bis zu Terrorverdacht gehen. "Manche Staaten legen das Fotografieren einer ihrer Botschaften schon als Vorbereitung einer terroristischen Handlung aus. Das würde eine lange Haftstrafe bedeuten", erklärte Weiss gegenüber dem "Kurier".

"Unabsichtlich"

Der Architekt habe das Gebäude "unabsichtlich" abgelichtet, hieß es in dem "Kurier"-Bericht. Drei Tage Untersuchungshaft seien die unmittelbare Folge seines "berufsbedingten Interesses an Gebäuden" gewesen. Mittlerweile befinde sich der Österreicher in Dubai nach Vermittlung des Außenministeriums wieder auf freiem Fuß, dürfe aber nicht ausreisen. Dies bestätigte Weiss und erklärte, dass dem Betroffenen der Reisepass abgenommen worden sei.

Der Österreicher sei im Kontakt mit dem österreichischen Konsulat, habe eine anwaltliche Vertretung und warte nun auf seinen Verfahrenstermin, so Weiss. "Das Verfahren läuft." Wann es abgeschlossen sein wird, sei völlig offen. (APA, 10.5.2015)

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