Militär-Airbus könnte wegen Schadens an Triebwerk abgestürzt sein

10. Mai 2015, 22:49
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Überlebender berichtete Spaniens Behörden von Problem - Problem soll demnach schon kurz nach dem Start aufgetreten sein

Toulouse - Der Absturz eines Militärtransporters vom Typ Airbus A400M in Spanien könnte nach einem Medienbericht durch Triebwerk-Schäden kurz nach dem Start verursacht worden sein. Einer der beiden überlebenden Airbus-Mitarbeiter habe den spanischen Behörden von dem Problem berichtet. Das wurde nach Angaben von "Spiegel online" am Sonntag am Rande eines Treffens der Verteidigungsminister Frankreichs, Deutschlands und Spaniens bekannt.

Der Absturz des A400M am Samstag hat vier Menschen das Leben gekostet. Das zur Auslieferung an die Türkei bestimmte Transportflugzeug war vom Airbus-Werk im spanischen Sevilla zu einem Testflug gestartet und nach rund 15 Minuten aus noch ungeklärter Ursache zerschellt. Deutschland und Großbritannien ließen daraufhin ihre A400M vorerst am Boden. Im A400M-Progamm gab es mehrere Pannen und Lieferverzögerungen.

Demonstratives Festhalten

Der für 20 Milliarden Euro entwickelte Flieger soll zentraler Bestandteil der Luftwaffen-Flotten in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und der Türkei und damit Europas größtes gemeinsames Rüstungsprojekt werden. Airbus-Chef Tom Enders will trotz des Absturzes an dem neuen Militärtransportflugzeug festhalten. Die Testflüge würden wie geplant am Dienstag fortgesetzt, schrieb der Manager in einem Brief an die Mitarbeiter des Konzerns.

Airbus wolle seinen Luftwaffen-Kunden damit demonstrieren, dass das Unternehmen diesem Flugzeug voll vertraue und so entschlossen wie eh und je hinter dem Programm, der Beschleunigung der Auslieferungen und dem Ausbau der Fähigkeiten des A400M stehe, betonte Enders. Zugleich forderte er die 137.000 Beschäftigten des Konzerns auf, Montagmittag eine Schweigeminute für die vier bei dem Absturz am Samstag bei dem Absturz einer Maschine bei Sevilla gestorbenen spanischen Kollegen einzulegen. Zwei weitere Airbus-Mitarbeiter liegen verletzt im Krankenhaus.

"Wir setzen unser eigenes Programm von Testflügen nicht aus", bestätigte auch ein Sprecher der Airbus-Rüstungssparte am Montag in Paris. Deutschland, Großbritannien, die Türkei und Malaysia haben als Reaktion auf den Absturz ihre Testflüge mit der Maschine gestoppt. (APA, 10.5.2015)

  • Trümmer auf einem spanischen Feld.
    foto: epa/emergency service

    Trümmer auf einem spanischen Feld.

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