Aba Lewit - Leben nach dem Todeslager

10. Mai 2015, 18:06
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22.000 bei Befreiungsfeier in Mauthausen

Mauthausen - Eigentlich wollte Aba Lewit nicht kommen. Lieber wie jedes Jahr ein stilles Gedenken - ein Gebet, ein Innehalten auf dem Appellplatz. Eine Kerze im Krematorium. Und doch ist der heute 93-Jährige zu der großen Befreiungsfeier angereist. Lewit ist einer der letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen. 22.000 Menschen feierten am Sonntag in der heutigen Gedenkstätte die Befreiung vor 70 Jahren - am 5. Mai 1945.

Aba Lewit hat auf einem einfachen Klappstuhl Platz genommen. Sein Blick schweift über die mächtigen Granitsteinmauern, das große Lagertor, die beiden markanten Wachtürme: "Die Bilder bleiben immer in deinem Kopf. Die vielen Toten, das Leid, der unglaubliche Sadismus." Tränen laufen über die Wangen des alten Mannes. Ob man nach so viel erlebtem Leid noch glücklich sein kann? Lewit: "Glücklich hat mich immer meine Religion gemacht. Und glücklich macht mich heute, dass so viele junge Menschen hier sind. Dafür bin ich gerne Zeitzeuge."

Die diesjährigen Befreiungsfeiern widmeten sich dem Thema "Steinbruch und Zwangsarbeit". Gedacht wurde jener, die bis zur tödlichen Erschöpfung in den Steinbrüchen Zwangsarbeit verrichten mussten. (Markus Rohrhofer, 10.5.2015)

  • Mauthausen-Überlebender Aba Lewit während der Feier anlässlich 70 Jahren Befreiung aus dem Konzentrationslager.
    dedl

    Mauthausen-Überlebender Aba Lewit während der Feier anlässlich 70 Jahren Befreiung aus dem Konzentrationslager.

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