Keurig muss DRM-Kapselschutz nach Umsatzeinbruch lockern

10. Mai 2015, 10:27
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Hatte ein DRM-System für Kaffeemaschinen eingeführt – jetzt sagt der CEO: "Wir lagen falsch"

Kaffeehersteller Keurig hat angekündigt, den Kapselschutz auf seinen Kaffeemaschinen einzuschränken. "Wir lagen falsch", so CEO Brian Kelley. Der Strategiewechsel ist eine Reaktion auf einbrechende Verkaufszahlen, Keurig-Maschinen wanderten im vergangenen Jahr 23 Prozent seltener über die Ladentheke. Die Electronic Frontier Foundation zeigte sich erfreut über Keurigs Kurswechsel und erinnerte daran, dass DRM-Systeme auch bei zahlreicher anderer Hardware zum Einsatz kommen, ohne die Nutzer zu Protesten anzustacheln.

Drucker als Vorbild

Keurig hatte sich 2012 nach dem Auslaufen einiger Patente der Konkurrenz von günstigen Kapselherstellern ausgeliefert gesehen. Anstatt durch Qualität und Preis zu punkten, führte Keurig daraufhin ein neues System entworfen, das nur eigene "K-Cup"-Kapseln für die Maschinen zuließ. Als Vorbild galten Drucker und Kopiergeräte. Daraufhin entbrannten aber heftige Proteste von Kunden, Hacker lieferten Anleitungen, wie man den Kapselschutz umgehen kann.

Rückzieher

Jetzt ruderte Keurig laut Wired zurück. CEO Kelley verwies darauf, dass man aber ohnehin 500 Produkte von 70 Marken im Sortiment habe. Keurig ging bislang auch nicht gerichtlich gegen Hacker vor, die Lösungen zum Umgehen des Kapselschutzes implementiert hatten. (fsc, 10.5.2015)

  • Keurig muss einen Rückzieher machen
    foto: reuters/stapleton

    Keurig muss einen Rückzieher machen

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