Deutsche Bahn fährt Normalverkehr hoch

10. Mai 2015, 10:11
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Lokführer-Gewerkschaft: Vorerst keine weiteren Streikpläne

Berlin - Nach dem Ende des Lokführerstreiks um 9.00 Uhr kehrt die Deutsche Bahn nach eigenen Angaben schrittweise zum Normalverkehr zurück. Im Fernverkehr sei das Angebot am Sonntag noch stark eingeschränkt, teilte die Bahn in Berlin mit. Auf den besonders stark nachgefragten Verbindungen versuche die Bahn jedoch, zusätzlich zum Ersatzplan kurzfristig weitere Züge einzusetzen.

Im S-Bahn- und Regionalverkehr werde voraussichtlich am Nachmittag ein Großteil der Züge wieder normal verkehren, erklärte das Unternehmen weiter. Allerdings werde es in den östlichen Bundesländern noch stärkere Einschränkungen geben. Die Bahn strebe für Montag wieder den Normalbetrieb im Personenverkehr an.

Güterverkehr noch betroffen

Im Güterverkehr würden die Auswirkungen hingegen noch länger zu spüren sein, erklärte die Bahn. In den Rangierbahnhöfen hätten sich durch den langen Streik viele Güter gestaut, diese Staus seien voraussichtlich erst Mitte der Woche aufgelöst.

Der Chef der Lokomotivführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", vorerst werde es keine weiteren Bahnstreiks geben. Das Land und die Bahnkunden hätten "jetzt eine Pause verdient", sagte er. Zur voraussichtlichen Länge der Pause wollte der Gewerkschaftschef sich nicht äußern. Momentan gebe es jedoch keine Pläne für einen neuen Ausstand.

Lohnkonflikt

Die Lokführer der GDL hatten seit Montag im Güterverkehr und seit Dienstag im Personenverkehr gestreikt und den Ausstand erst am Sonntagmorgen beendet.

Der Lohnkonflikt zwischen Deutscher Bahn und GDL läuft bereits seit mehr als zehn Monaten. Er ist besonders kompliziert, weil der Konzern parallel auch mit der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) verhandelt. Beide Gewerkschaften wollen Tarifverträge aushandeln, in denen alle ihre Mitglieder repräsentiert sind. Die Deutsche Bahn will jedoch unterschiedliche Regelungen für eine Berufsgruppe verhindern. (APA/AFP, 10.5.2015)

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