Vier Tote bei Zusammenstößen mit Islamisten im Nildelta

9. Mai 2015, 17:57
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Ägyptische Sicherheitskräfte gehen gegen Morsi-Anhänger vor

Kairo - Bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Anhängern des gestürzten islamistischen Präsidenten Mohamed Morsi sind im ägyptischen Nildelta vier Menschen getötet worden. Einheiten der Bereitschaftspolizei stürmten am Samstag das Dorf Al-Basarta in der Provinz Damietta, eine Hochburg der Muslimbruderschaft, wie die Webseite der regierungsnahen Zeitung "Al-Ahram" berichtete.

Aus der Menge der Bewohner sei auf die Polizisten geschossen worden, hieß es in dem Bericht unter Berufung auf Quellen im Innenministerium. Bereits am letzten Mittwoch war in Al-Basarta bei einem ähnlichen Zusammenstoß ein Polizist getötet worden. Damals hatte die Behörden 17 Bewohner festgenommen, die meisten von ihnen Frauen. Der damaligen Razzia war eine Sympathiekundgebung für Morsi vorangegangen. Am Samstag nahmen die Polizisten weitere 18 mutmaßliche Islamisten mit.

Die Muslimbruderschaft, aus welcher der heute inhaftierte Morsi stammt, wurde nach dem Umsturz im Juli 2013 verboten und als Terrorgruppe eingestuft. Darüber hinaus sind Demonstrationen in Ägypten praktisch illegal. Zehntausende Anhänger der Muslimbrüder, aber auch liberale Gegner der derzeitigen Regierung sitzen im Gefängnis. (APA, 9.5.2015)

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