Testflug: Airbus A400M in Spanien abgestürzt

9. Mai 2015, 17:18
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Das Unglück ereignete sich auf einem Flughafen bei Sevilla, vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben, die Absturzursache ist unklar

Madrid - Beim Absturz eines Militärflugzeugs vom Typ Airbus A400M während eines Testflugs in Spanien sind vier Menschen ums Leben gekommen. Zwei weitere hätten schwer verletzt überlebt, teilten die Retter am Samstag mit. Die Rettungsdienste bargen aus den Trümmern der Maschine zwei schwer verletzte Überlebende. Die Absturzursache ist noch ungeklärt. Nach Angaben des Herstellers soll der Pilot kurz vor dem Absturz noch einen Notruf abgesetzt haben. Das Verkehrsministerium leitete eine Untersuchung ein.

Ministerpräsident Mariano Rajoy sagte, anscheinend seien alle Personen an Bord Mitarbeiter von Airbus gewesen. Der europäische Flugzeughersteller erklärte, die Maschine sei für die Türkei bestimmt gewesen. Der Absturz ist nach einer Serie von Pannen und Lieferverzögerungen im A400M-Programm der erste tödliche Unfall einer solchen Maschine. Airbus hat das Transportflugzeug für mehrere Nato-Länder - darunter Deutschland - entwickelt. Es soll zentraler Bestandteil der Flotten werden.

Das Flugzeug ging auf einem Feld gut einen Kilometer nördlich des Flughafens von Sevilla nieder. In der südspanischen Stadt lässt Airbus den A400M montieren. Der Konzern erklärte, ein Ermittlungsteam sei zur Absturzstelle geschickt worden. Dort stieg schwarzer Rauch auf, während Feuerwehrleute Brände zu löschen versuchten. Der spanische Regierungschef Rajoy sagte sämtliche für Samstag geplanten Wahlkampfauftritte ab.

Großbritannien hat nach dem Absturz eines Militärtransporters in Spanien einen Einsatzstopp für seine Flugzeuge vom Typ Airbus A400M angeordnet. Die Maschinen sollten am Boden bleiben, solange die Untersuchung über die Absturzursache im spanischen Sevilla laufe, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums in London am Sonntag.

Die britische Luftwaffe hat seit November zwei A400M bekommen und insgesamt 22 bei Airbus bestellt, die über die kommenden Jahre geliefert werden sollen. Noch ist unklar, ob technische Mängel oder ein Pilotenfehler der Grund für das Unglück waren, bei dem am Samstag vier der sechs Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen waren.

Herber Rückschlag für Airbus

Für Airbus bedeutet der Absturz einen herben Rückschlag für das A400M-Programm, das dem europäischen Konzern schon lange große Probleme bereitet. Als das größte gemeinsame Verteidigungsprojekt in Europa war der Flieger für 20 Milliarden Euro entwickelt worden. Er soll von den Luftwaffen in Deutschland, Frankreich, Spanien, Großbritannien, Belgien, Luxemburg und der Türkei genutzt werden. Die Maschine war 2013 mit einer Verzögerung von drei Jahren in den Dienst gestellt worden. Anfangs hatten beim Bau des von europäischen Truppen heiß ersehnten Transporters vor allem die Turboprop-Triebwerke Probleme gemacht. Zuletzt konnte Airbus Insidern zufolge nicht genügend Rümpfe für das Modell fertigstellen.

Ende April stellte Airbus-Rüstungschef Bernhard Gerwert in Aussicht, dass der deutschen Bundeswehr in diesem Jahr zwei bis vier der dringend benötigten Maschinen geliefert werden können. Eigentlich sollten 2015 fünf A400M an die deutschen Streitkräfte gehen, wegen neuerlicher Lieferverzögerungen hatte zuletzt jedoch nur noch die Auslieferung einer Maschine als sicher gegolten. Dies sorgte auch für Spannungen zwischen Airbus und der Bundesregierung. Insgesamt plant Airbus nach den Worten Gerwerts dieses Jahr die Auslieferung von 14 bis 18 A400M. Anfang des Jahres hatte Airbus das Programm neu aufgestellt und den Chef seiner Sparte Militärflugzeuge geschasst.

Prototyp 2009

Der taktische Militärtransporter Airbus A400M "Grizzly" soll die veralteten Transportmaschinen verschiedener Luftstreitkräfte ersetzen. Der erste Prototyp wurde Ende 2009 erprobt. Im Oktober 2013 stellte die französische Luftwaffe das erste Serienmodell in Dienst.

Das propellergetriebene Flugzeug hat eine Gesamtlänge von 45 und eine Spannweite von 42,40 Metern. Bei einer maximalen Reisegeschwindigkeit von 780 Stundenkilometern kommt die Maschine bei 20 Tonnen Nutzlast auf eine Reichweite von maximal 6.390 Kilometern. Der A400M kann über längere Strecken im Tiefflug und zum Absetzen von Lasten oder Fallschirmspringern eingesetzt werden. (APA, 9.5.2015)

  • Airbus A400M in der Luft.
    foto: apa/epa/crown

    Airbus A400M in der Luft.

  • Und hier ein Blick auf die Unglückstelle.
    foto: ap/morenatti

    Und hier ein Blick auf die Unglückstelle.

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