UCK übernimmt Verantwortung für Angriff in Mazedonien

9. Mai 2015, 23:18
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Fünf Polizisten von albanischen Terroristen in Kumanovo getötet

Skopje - Fünf tote und mehr als dreißig verletzte Polizisten lautet die vorläufige Bilanz eine Einsatzes gegen albanische Terroristen in der nordmazedonischen Stadt Kumanovo. Das berichtete die mazedonische Innenministerin Gordana Jankulovska am Samstag Abend. Laut Jankulovska wurden mehrere Angreifer getötet. Zu möglichen zivilen Opfern machte sie keine Angaben.

Etwa 30 Angreifer von möglicherweise insgesamt 80 haben sich laut Medienberichten der Polizei gestellt. Eine offizielle Bestätigung für übereinstimmende Medienberichte gab es zunächst allerdings nicht.

Laut dem TV-Sender N1 war die Polizei in den Samstagabendstunden weiterhin bemüht, eine Gruppe von etwa zehn Angreifern, die sich in zwei Häusern verbarrikadiert haben sollen, zu zerschlagen. Das Stadtviertel von Kumanovo, in welchem die Kämpfe geführt wurden, wurde von den Sicherheitskräften gänzlich abgeriegelt.

Zahlreiche Einwohner von Kumanovo flüchteten im Laufe des späten Nachmittages in Richtung Serbien. Derselbe Sender berichtete über eine lange Wagenkolonne und zwölf Busse am Grenzübergang unweit der südserbischen, von Albanern bewohnten Kleinstadt Presevo.

Die albanische Nationale Befreiungsarmee (Ushtria Clirimtare Kombetare, UCK) übernahm zuvor die Verantwortung für die Geschehnisse in der nordmazedonischen Stadt Kumanovo. UCK-Kämpfer hätten in den Morgenstunden mazedonische Polizeikräfte angegriffen, die seit Tagen "Terror auf die Zivilbevölkerung" ausübten, hieß es in einer von der Zeitung "Bota Sot" gebrachten Aussendung.

Wendepunkt

Der Berichterstatter des Europaparlamentes für Mazedonien, Ivo Vajgl, erklärte unterdessen, dass die jüngsten Geschehnisse in Kumanovo einen Wendepunkt für Mazedonien darstellten. Eine weitere Eskalation der Geschehnisse würde nicht nur die Stabilität des Landes, sondern auch der Region gefährden, warnte Vajgl laut mazedonischen Medienberichten.

Der serbische Außenminister Ivica Dacic und amtierende Vorsitzende der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) telefonierte laut einer OSZE-Aussendung vom Samstag mit seinem mazedonischen Amtskollegen Außenminister Nikola Poposki. Die Minister zeigten sich einig, dass die Stabilität Mazedoniens zentral für die gesamte Region ist. Dacic verurteilte die Gewalt in Kumanovo. OSZE-Vertreter werden das Land in der kommenden Woche aufsuchen. (APA, Reuters, 9.5.2015)

  • Rauchschwaden über Kumanovo.
    foto: ap/kryeziu

    Rauchschwaden über Kumanovo.

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