Facebook-Forscher kontern Kritik am Facebook-Algorithmus

8. Mai 2015, 17:50
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Studie vergleicht politische Haltung von zehn Millionen US-Facebook-Nutzern mit dem angebotenen Newsfeed

Washington/Wien - Als Eli Parisers Buch "Filter Bubble: Wie wir im Internet entmündigt werden" vor vier Jahren erschien, war die Aufregung groß: Pariser behauptete, dass die Algorithmen von Google oder Facebook "Filterblasen" erzeugen, die unser Weltbild beeinflussen. So würde man im Facebook-Newsfeed vor allem Verweise auf Texte angezeigt erhalten, die zur eigenen Ideologie passen.

Diese Kritik kontern nun Eytan Bakshy und zwei Kollegen mit einer Studie, die dieser Tage im Fachblatt Science erschien und ausnahmsweise auch im Volltext zugänglich ist. Die drei Wissenschafter von der Forschungsabteilung von Facebook ermittelten die politische Haltung von zehn Millionen US-Facebook-Nutzern und verglichen damit deren Newsfeed.

Dabei zeigte sich zwar, dass der Facebook-Algorithmus tatsächlich für ein wenig mehr Neuigkeiten sorgte, die zur eigenen politischen Ausrichtung passten. Sehr viel mehr trugen aber die persönlichen Klick-Entscheidungen der Nutzer zur Ideologie-Blase bei. In einem Begleitkommentar freilich kritisierte der unabhängige Forscher David Lazer, dass "die einzigen Leute, die Facebook erforschen können, Forscher bei Facebook sind" - eine andere Art von "Filterblase". (tasch, DER STANDARD, 9.5.2015)

  • Nur Facebook-Forscher können Facebook genauer analysieren.
    foto: apa/dpa

    Nur Facebook-Forscher können Facebook genauer analysieren.

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