Wer Miliband, Clegg und Farage nachfolgen könnte

8. Mai 2015, 16:31
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Drei Parteichefposten vakant – Rennen um Nachfolge hat begonnen

Gleich drei Parteichefs haben sich am Freitag in Großbritannien verabschiedet, nachdem ihre Parteien unter den Erwartungen geblieben waren. Für Ed Miliband (Labour), Nick Clegg (Liberal Democrats) und Nigel Farage (Ukip) muss nun Ersatz gefunden werden.

Lange Liste bei Labour

Die Spekulationen darüber ließen nicht lange auf sich warten. Im Falle der Labour-Partei hätten einige Minister aus dem bisherigen Schattenkabinett gute Chancen. Darunter findet sich der ehemalige Gesundheitsminister unter Premier Gordon Brown, Andy Burnham, den der "New Statesman" als Frontrunner sieht. Aber auch Yvette Cooper, Ex-Arbeitsministerin sowie Ehefrau des Labour-Politikers Ed Ball, mit dem sie zeitgleich schon der Regierung Brown angehörte, könnte punkten.

Chuka Umunna, der von seinen eigenen Mitarbeitern auch als "britischer Obama" angepriesen wird, gilt zwar als Sympathieträger und Medienliebling, könnte jedoch für die Labour-Partei zu vornehm und zu wenig links sein. Eine weitere Kandidatin ist Liz Kendall, die in der Tradition von New Labour steht.

Kurswechsel bei Liberaldemokraten denkbar

Die Liberaldemokraten um Nick Clegg stehen nach der Wahl mit sehr viel weniger Abgeordneten da. Wie sich die Partei nun positioniert, ob als linke Oppositionskraft oder als Stütze für die konservative Regierung, wird maßgeblich vom neuen Chef abhängen. Soll alles beim Alten bleiben, hätte der bisherige Gesundheitsminister Norman Lamb gute Chancen. Ein neuer Kurs könnte mit Tim Farron eingeschlagen werden, der an der Basis sehr beliebt ist und bisher niemals Teil der Regierung war.

Farage empfiehlt Evans

Weniger Personalauswahl hat naturgemäß die Ukip-Partei um Nigel Farage. Der empfahl nach seinem Rücktritt Suzanne Evans aus dem Parteivorstand als vorläufige Nachfolgerin. Die ehemalige Journalistin, die als ruhig und fleißig gilt, hat deshalb besonders gute Karten, weil Farage schon angekündigt hat, dass die Partei künftig von einer Frau geführt werde. Sollte es sich Farage nicht über den Sommer noch anders überlegen und doch wieder antreten, könnten auch noch der derzeitige Ukip-Vize Paul Nuttall, der intern sehr angesehen ist, oder Douglas Carswell, der einzige Ukip-Abgeordnete im neuen Unterhaus, zum Zug kommen. (tee, derStandard.at, 8.5.2015)

  • Nach 2010 bietet sich nun Andy Burnham erneut die Chance, nach dem Parteivorsitz der Labour-Partei zu greifen.
    foto: reuters/plunkett

    Nach 2010 bietet sich nun Andy Burnham erneut die Chance, nach dem Parteivorsitz der Labour-Partei zu greifen.

  • Einer der Konkurrenten Burnhams könnte der telegene Chuka Umunna werden.
    foto: imago/zuma press

    Einer der Konkurrenten Burnhams könnte der telegene Chuka Umunna werden.

  • Tim Farron könnte die Liberaldemokraten erneut als linke Oppositionspartei positionieren.
    foto: reuters/macgregor

    Tim Farron könnte die Liberaldemokraten erneut als linke Oppositionspartei positionieren.

  • Geht es nach Nigel Farage, soll die ehemalige Journalistin Suzanne Evans seine Nachfolgerin werden.
    foto: apa/epa/rain

    Geht es nach Nigel Farage, soll die ehemalige Journalistin Suzanne Evans seine Nachfolgerin werden.

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