Tourismus rettet die Leistungsbilanz

8. Mai 2015, 15:09
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Eine Rekordzahl an Gästen spülte im Vorjahr ordentlich Geld in die Kassen der heimischen Tourismusbetriebe, die Exporte von Gütern schwächeln

Wien - Deutsche und Niederländer spülen wieder ordentlich Geld in die Kassen der heimischen Tourismusbetriebe. Aber auch immer mehr Personen aus Fernost entdecken die hiesigen Sehenswürdigkeiten für sich. Insgesamt 680.000 Nächtigungen chinesischer Besucher wurden 2014 verbucht. Damit rückt das Reich der Mitte auf Platz 17 der Herkunftsländer vor und steht nur mehr knapp hinter Schweden und Spanien. Mit insgesamt 25 Millionen empfangenen Gästen darf sich die österreichische Tourismusbranche über einen neuen Rekord freuen. Da sich die Länge der Aufenthalte jedoch verkürzt haben, sind die Nächtigungen gegenüber dem Vorjahr leicht rückgängig (minus 0,6 Prozent).

Die guten Nachrichten aus der Tourismusbranche (erwirtschaftet wurde ein Überschuss von 7,4 Mrd. Euro) haben dafür gesorgt, dass die Leistungsbilanz für 2014 nicht schlechter ausgefallen ist. Allgemein verzeichnete Österreich nämlich auch 2014 wieder einen rückläufigen Trend, die Leistungsbilanz blieb aber positiv. Wie aus Zahlen der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) hervorgeht, betrug der Gesamtüberschuss 2,6 Mrd. Euro, also knapp ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). 2013 konnten noch 3,1 Mrd. verbucht werden. Das Ergebnis drücken ein gestiegenes Defizit aus dem Güterverkehr (mehr Waren wurden gekauft als verkauft) und ein sinkender Überschuss im Dienstleistungsbereich.

Als positiv hob die OeNB hervor, dass Österreich 2014 Nettoexporteur technologischen Know-hows war. Vor allem EDV-Dienstleistungen nahmen an Bedeutung zu und lösten Architektur- und Ingenieursleistungen als Spitzenreiter ab. Kritisch sieht man hingegen den relativen Rückgang im Bereich Forschung und Entwicklung. Notenbank-Vizegouverneur Andreas Ittner plädiert außerdem für einen weiteren Strukturwandel der heimischen Exportwirtschaft. Laut Ittner ist es wichtig, in den zukunftsträchtigen Dienstleistungsbereich zu investieren. Geschehe dies nicht, könnte die Leistungsbilanz in den nächsten Jahren ins Minus kippen. Unterm Strich betrachtet ist Österreich eines von nur zehn EU-Ländern, das laut EU-Kommission keine wirtschaftlichen Ungleichgewichte in seiner Leistungsbilanz aufweist und somit Teile der Stabilitätskriterien erfüllt. (ama, 8.5.2015)

  • Der grüne See in der Steiermark.

    Der grüne See in der Steiermark.

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