Gut und böse in einer Welt der Unsicherheit

8. Mai 2015, 14:45
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Der Umgang mit betrieblichen Risiken sollte bei Unternehmen professionalisiert werden, so Arithmetica

"Ohne Risiko geht’s nicht." Dessen ist sich auch Arithmetica-Chef Christoph Krischanitz bewusst, wenn er Defizite heimischer Unternehmen im Umgang mit wirtschaftlichen Unwägbarkeiten anspricht. "Risikomanagement ist zwar als Begriff weit verbreitet, richtig gelebt wird es aber nicht." Genau an diesem Punkt will er den Hebel ansetzen – und als ersten Schritt Bewusstsein für das Thema schaffen.

Um eine Risikokultur zu etablieren, sieht Krischanitz in erster Linie das Management gefordert. Jede Entscheidung sollte gut dokumentiert und im Nachhinein auch hinterfragt werden, denn eine Beschlussfassung ist stets auch mit einem Risiko verbunden. Gleichzeitig gehört auch ein offener Umgang mit Fehlern bzw. falschen Entscheidungen, ein "Fingerzeig" auf die Verursacher ist für den Chef der Wiener Städtischen-Tochter Arithmetica fehl am Platz.

Keine Geschäfte ohne Risiken

Krischanitz unterscheidet zwischen guten und schlechten Risiken: "Die meisten Risiken will ich gar nicht verhindern, weil ich will ja Geschäfte machen." Die anderen, schlechten Ursachen von Gefährdungspotenzial gilt es freilich weitgehend auszuschalten. Dazu zählen etwa schlechte Vorbereitung oder mangelhafte interne Kommunikation. "Vieles kann man ohne großen Aufwand verändern." Freilich nicht alles, wozu etwa eine zu dünne Personaldecke zählt.

Zu den Vorteilen eines funktionierenden Risikomanagement zählt Krischanitz einen effizienteren Umgang mit den Ressourcen Kapital und Personal. Zusätzlich könne es auch eine Art Frühwarnsystem darstellen: Das drohenden Abwanderns von Kunden lasse sich anhand von harten und weichen Faktoren erkennen und man könne dem rechtzeitig entgegenwirken. "Risiko Management ist nicht wirklich etwas Neues. Es geht darum, es zu professionalisieren", fasst Krischanitz zusammen. (Alexander Hahn, 8. 5. 2015)

  • Risikomanagement hilft zwischen notwendigen Unwägbarkeiten und vermeidbaren Drahtseilakten zu unterscheiden.
    foto: reuters/stephen hird

    Risikomanagement hilft zwischen notwendigen Unwägbarkeiten und vermeidbaren Drahtseilakten zu unterscheiden.

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