Drohne über Bundeskanzleramt sorgt für Wirbel

8. Mai 2015, 14:17
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Ein Augenzeuge beobachtete den Drohnenflug und verständigte die Polizei

Wien – Am Sonntagabend hat eine Drohne für Aufregung gesorgt, als sie beim Volksgarten in der Nähe des Bundeskanzleramts in Wien gesehen wurde. Laut einem Bericht von orf.at erzählte ein Augenzeuge, dass eine Drohne von einem Meter Länge über das Bundeskanzleramt geflogen sei und er sich auf die Suche nach den Betreibern gemacht habe. Als er die Männer gefunden hatte, habe er sie zur Rede gestellt. Sie gaben sich demnach als Filmemacher für ein australisches Tourismusunternehmen aus, die einen Film für die Österreich-Werbung drehen würden. Das Unternehmen stellte allerdings klar, dass die Piloten nicht für die Österreich-Werbung tätig waren.

Der Augenzeuge verständigte die Polizei, allerdings erst nach 30 Minuten, wie Polizeisprecher Paul Eidenberger sagte: "Der Zeuge war zu diesem Zeitpunkt noch vor Ort, aber sonst keiner mehr." Laut Austro-Control-Sprecher Markus Pohanka sei keine für einen Überflug nötige Genehmigung für Sonntagabend beantragt worden. Die Anzeige wurde gegen unbekannt gestellt.

Spielzeug oder Fluggerät

Laut Pohanka muss bei Drohnenflügen zunächst das Gerät selbst überprüft werden. Drohnen, die weniger als 250 Gramm wiegen und maximal 30 Meter hoch fliegen, gelten als Spielzeug. Wenn niemand gefährdet oder verletzt wird und andere Bestimmungen - zum Beispiel der Datenschutz bei Modellfliegern mit Kameras - eingehalten werden, unterliegen diese keinen Beschränkungen.

Darüber hinaus benötigt man Genehmigungen. Dabei geht es um Fragen nach Betriebssicherheit und Kategorie der Drohne, aber auch um die Fähigkeiten des Piloten. Weiters ist für die Flugsicherung von Interesse, wo man die Drohne steigen lassen möchte, also ob das Gelände unbebaut, unbesiedelt, besiedelt oder gar Ballungsraum ist.

"Wien ist grundsätzlich Flugbeschränkungsgebiet", erläuterte Pohanka. Fliegen dürfe man hier nur mit besonderer Ausnahmegenehmigung, etwa für Anflüge zum Flughafen Wien-Schwechat oder bei Flügen im Öffentlichen Interesse - zum Beispiel für Notarzthubschrauber. Das gilt Pohanka zufolge auch für unbemannte Flüge: Auch bei ihnen muss man öffentliches Interesse geltend machen. Im vorliegenden Fall sei dies offensichtlich nicht versucht worden. (jos, APA, 8.5.2015)

  • Ein unbekanntes Flugobjekt wurde über der Wiener Innenstadt gesichtet (Symbolbild).
    foto: apa/dpa-zentralbild/patrick pleu

    Ein unbekanntes Flugobjekt wurde über der Wiener Innenstadt gesichtet (Symbolbild).

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