Mehr als 70 Flüchtlinge in Sittendorf und Loosdorf aufgegriffen

8. Mai 2015, 12:57
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Menschen auf offener Straße zurückgelassen bzw. in Kleintransporter geschleppt

Wienerwald/Loosdorf - In Sittendorf in der Gemeinde Wienerwald (Bezirk Mödling) und in Loosdorf (Bezirk Melk) sind am Donnerstag jeweils große Zahlen an Flüchtlingen angehalten worden. Es habe sich um 73 Menschen - 41 bzw. 32 - gehandelt, berichtete die Landespolizeidirektion Niederösterreich. Ein mutmaßlicher Schlepper wurde festgenommen. Das Landeskriminalamt ermittelt.

In Sittendorf waren die Flüchtlinge offenbar auf offener Straße zurückgelassen worden. Die Frauen, Männer und Kinder stammen aus Afghanistan und Pakistan. Ein Fahrzeug, mit dem die Menschen transportiert worden sein dürften, wurde sichergestellt. Von den Schleppern fehlt jede Spur. Die Flüchtlinge haben Asylanträge gestellt.

Schlepper in Loosdorf aufgehalten

Auf der Westautobahn (A1) in Loosdorf wurde ebenfalls am Donnerstag ein Kleintransporter angehalten, in dem ein 36 Jahre alter Serbe 32 Menschen, unter ihnen eine Frau und fünf Kinder, zusammengepfercht und geschleppt hatte, teilte die Polizei mit. Die Flüchtlinge aus Syrien, aus dem Irak und dem Iran seien in einem derart schlechten Allgemeinzustand gewesen, dass zur Erstversorgung auch das Rote Kreuz gerufen werden musste. Der Transport auf der Ladefläche habe eine "erhebliche Gefährdung für Leib und Leben" bedeutet, sagte ein Polizeisprecher.

Die Kosten für die Schleppung betrugen etwa 9.000 Euro pro Person. Die 32 Flüchtlinge suchten um Asyl an. Ihnen waren auf der Ladefläche 3,7 mal 1,4 Meter oder 5,18 Quadratmeter zur Verfügung gestanden, berichtete die Polizei. Fenster gab es nicht. Bis zur Anhaltung in Loosdorf waren die Flüchtlinge etwa acht Stunden unterwegs gewesen.

Der Lenker des Lieferwagens wurde festgenommen und in die Justizanstalt St. Pölten eingeliefert. Er soll auch einen weiteren derartigen Transport mit 24 Personen von Ungarn nach Deutschland durchgeführt haben. (APA, 8.5.2015)

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