53 Kultis auf dem Wiener Karlsplatz

8. Mai 2015, 16:07
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Von Künstlern gestaltete Figuren machen auf den eingeschränkten Zugang zu Kunst und Kultur aufmerksam

Wien – Im Resselpark des Wiener Karlsplatzes stehen seit Donnerstagabend 53 von Künstlern gestaltete Figuren, die sogenannten "Kultis". Die Initiative "Hunger auf Kunst und Kultur" präsentiert einen Monat lang die lebensgroßen Werke, um darauf aufmerksam zu machen, dass auch Menschen, die es sich nicht leisten können, Zugang zu Kunst haben sollten.

nick mangafas
Schriftsteller Doron Rabinovici gestaltete diese Figur.

"Der, der da steht, der steht für die vielen, die nichts zählen, weil sie zu zahlen nicht imstande sind", fasst das "Manifest" in oranger Schrift auf der von Schriftsteller Doron Rabinovici gestalteten Figur das Projekt zusammen.

53 Künstler und Künstlerkollektive, darunter der Schauspieler Cornelius Obonya, das Fotomuseum Westlicht, der Schauspieler und Regisseur Karl Markovics und Jugendliche des Vereins Grüner Kreis, haben je eine Figur gestaltet. Vier Exemplare, die nicht im Freien stehen sollen, konnten in umliegenden Gebäuden untergebracht werden: im Wien-Museum, dem Künstlerhaus, der Technischen Universität und der Evangelischen Schule.

nick mangafas
Der Beitrag von Jugendlichen des Vereins Grüner Kreis.

Der "Kulti" des Vereins Grüner Kreis ist beklebt mit Dollarnoten und an einigen Stellen "angebissen". Das soll daran erinnern, dass viele Menschen hungern müssten, obwohl es auf der Welt eigentlich genug Geld gäbe. Herz und Hirn wurden hervorgehoben, um darzustellen, dass "Leid und Hunger nicht so schlimm sein müssten und nicht notwendig wären, wenn man Herz und Hirn einsetzt".

Monika Wagner, Initiatorin des Vereins Hunger auf Kunst und Kultur, sagte bei der Eröffnung: "Armutsgrenzen verlangen doppelte Überwindung, denn Zugang haben heißt nicht immer auch, willkommen sein." Teilweise stammen die Werke von Künstlern, die selbst in prekären Lagen arbeiten und wohnen. Der sogenannte Kulturpass ermöglicht es Menschen in schwierigen finanziellen Situationen, nicht auf Kunst und Kultur verzichten zu müssen. Sie erhalten einen unentgeltlichen Zugang zu mittlerweile mehr als 200 Kulturinstitutionen in Wien und über 600 in ganz Österreich.

Am 9. Juni werden die 1,80 Meter großen Figuren ab 18.30 Uhr im Wien-Museum versteigert. Der Erlös kommt dem Verein Hunger auf Kunst und Kultur beziehungsweise seinen Projekten wie Kultur-Transfair zugute. (Johanna Schwarz, 8.5.2015)

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