Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gehackt

8. Mai 2015, 10:11
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Seite zeigte Kinderpornografie, Innenministerium bestätigt Ermittlungen – Konzentrationslager war am 5. Mai 1945 befreit worden

Die Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ist in der Nacht von Donnerstag auf Freitag gehackt worden. Die Angreifer hätten die Inhalte der Seite mit Kinderpornografie ausgetauscht, bestätigte das Innenministerium auf Anfrage des STANDARD. Das Bundeskriminalamt wurde bereits mit Ermittlungen beauftragt. Die Website wurde nach der Entdeckung des Angriffs deaktiviert, mittlerweile wird eine kurze Information zum Hack angezeigt. Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) sprach von einem "kranken, kriminellen Angriff", der zutiefst verabscheuungswürdig sei.

Rechtsradikaler Hintergrund nicht ausgeschlossen

Die Cyberattacke fällt mit den Feierlichkeiten zum 70. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers zusammen. Deshalb sei ein rechtsextremer Hintergrund nicht auszuschließen, auch wenn die ausgetauschten Inhalte nicht rechtsradikal, sondern eben kinderpornografisch gewesen sind, heißt es aus dem Innenministerium. In den vergangenen Monaten hatte es eine Reihe an Cyberangriffen aus dem rechtsradikalen Milieu gegeben, dabei handelte es sich jedoch fast immer um einfach auszuführende Überlastungsangriffe.

"Mies"

"Man ist bemüht, die Homepage so rasch wie möglich wieder in gewohnter Form zugänglich zu machen", heißt es nun auf der Website "Mauthausen-Memorial.at". Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen-Komitees Österreich, zeigte sich nach dem Hack entsetzt: "Dieser miese Hackerangriff und das Ersetzen der Inhalte durch kinderpornografische Darstellungen ist einfach nur widerlich." Wer sich über die Befreiungsfeiern am Sonntag informieren möchte, findet die Informationen dazu auf der Seite des Mauthausen-Komitees unter mkoe.at.

Gedenkfeier

Mernyi wies darauf hin, dass die Mauern der Gedenkstätte in den vergangenen Jahren mehrmals geschändet wurden. Am Sonntag sollte der Opfer der Nationalsozialisten in einer Veranstaltung gedacht werden. Im KZ Mauthausen waren zwischen August 1938 und dem 5. Mai 1945 rund 200.000 Personen inhaftiert. Etwa die Hälfte davon wurde in Mauthausen und Nebenlagern ermordet. (fsc, 8.5.2015)

  • Gerade zum 70. Jahrestag der Befreiung wird die Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen vandalisiert.
    foto: reuters/foeger

    Gerade zum 70. Jahrestag der Befreiung wird die Website der KZ-Gedenkstätte Mauthausen vandalisiert.

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