Von Handballnabel zu Handballnabel

7. Mai 2015, 17:10
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Im Halbfinale der Handball-Meisterschaft kommt es zu Duellen zwischen Vorarlberg und Wien

Wien/Hard – Rund 600 Kilometer liegen zwischen Österreichs beiden Handballnabeln, zwischen Wien und Vorarlberg. Das Reisebudget schont das nicht. Deswegen reisen die Handballer von Fivers WAT Margareten, wenn sie in Bregenz oder Hard antreten müssen, üblicherweise am Spieltag an. Das spart Übernachtungskosten. Aber jetzt ist Halbfinale - es geht um was. Gestern schon haben sich die Spieler in den Bus gesetzt - Fahrzeit rund sieben Stunden. Nach einer Übernachtung will man optimal ausgeruht in das erste Halbfinalspiel (Freitag, 19 Uhr) beim HC Hard gehen.

Das zweite Spiel steigt am Montag in Wien. Und sofern die Serie "best of three" dann noch nicht entschieden ist, gibt's am Samstag in acht Tagen noch ein Spiel in Hard. "Wir sind optimistischer Außenseiter", sagt Christoph Edelmüller, im Vorjahr noch Kapitän der Fivers, jetzt im Management tätig.

Das große Duell

Hard gegen Margareten - das ist seit einigen Jahren das große Duell in der Meisterschaft. Dass die Neuauflage des Vorjahresendspiels heuer schon im Halbfinale steigt, liegt am vierten Platz der Fivers im Playoff, hinter Hard, Bregenz und Westwien. Den vorherigen Grunddurchgang hatte Margareten noch auf Platz zwei beendet. "Wir haben nach der WM-Pause den Rhythmus verloren, sind nicht in die Gänge gekommen", sagt Edelmüller. Deshalb wurde der Fokus auf den Cup gelegt. Der Cup wurde gewonnen.

Im Liga-Halbfinale spräche, so Edelmüller, viel für Titelverteidiger Hard: Das größere Budget, Top-Legionäre und der zweimalige Heimvorteil. "Aber wir sind auch gut drauf", sagt er, "und wir haben weniger Druck." Margareten setzt vorwiegend auf Eigenbauspieler. "Aus Überzeugung und wegen der begrenzten finanziellen Möglichkeiten." Auch Österreichs aktuell größtes Talent, Nikola Bilyk, kommt aus dem Fivers-Nachwuchs. Das Können des Teamspielers blieb nicht geheim, er wechselt 2017 zum dreifachen Champions-League-Sieger THW Kiel nach Deutschland.

Rhythmus

Nach Saisonduellen steht es zwischen den Vorarlbergern und den Wienern 3:3. "Wir wissen, was auf uns zukommt", sagt Hard-Trainer Markus Burger, der sich an der knapp dreiwöchigen Pause nach dem Viertelfinale stört. "So ist es etwas schwer, in einen Wettkampfrhythmus zu kommen."

Auch das zweite Halbfinale ist ein Duell Vorarlberg gegen Wien. Zum Auftakt empfängt Bregenz am Samstag Westwien. Ein Vorarlberger Duell würde das Reisebudget schonen. Entfernung Bregenz–Hard: fünf Kilometer. (rie, 8.5.2015)

  • Kresimir Kozima (vorne, Hard) gegen  Vytautas Ziura (Fivers).
    foto: apa/dietmar stiplovsek

    Kresimir Kozima (vorne, Hard) gegen Vytautas Ziura (Fivers).

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