Leokino Innsbruck: Vier unbeugsame Frauen im Widerstand

7. Mai 2015, 16:57
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"Küchengespräche mit Rebellinnen" zeigt Frauen, die dem NS-Terror unerschrocken die Stirn boten

Anlässlich des Kriegsendes vor siebzig Jahren zeigt kinovi[sie]on heute im Leokino den bemerkenswerten Dokumentarfilm Küchengespräche mit Rebellinnen. In den frühen 1980er-Jahren machten sich Karin Berger, Elisabeth Holzinger, Lotte Podgornik und Lisbeth N. Trallori auf die Suche nach jenen Frauen, die dem NS-Terror unerschrocken die Stirn boten.

Bei ihren Recherchen stießen sie auf Rosl, Anni, Zala und Agnes - vier Unbeugsame, die im Widerstand ihr Leben riskierten. Das Regiekollektiv suchte die inzwischen betagten Zeitzeuginnen auf, bat sie vor die Kamera und ließ sie erzählen. Beispielsweise die Kommunistin und Arbeitsrechtlerin Agnes Primocic aus Hallein. Sie half KZ-Häftlingen bei der Flucht aus dem Außenlager von Dachau, organisierte ihnen Kleidung und Unterschlupf.

Kurz vor Kriegsende gelang es ihr durch List und Mut, die Erschießung von siebzehn Todgeweihten abzuwenden. Oder Zala, das slowenische Bauernmädchen: Sie schloss sich den Partisanen an und formierte in Kärnten die antifaschistische Frauenfront. Die Dokumentation kommt ohne Kommentar aus, sie beeindruckt allein durch die Poesie der Erzählungen. (dns, 7.5.2015)

8.5. "Küchengespräche mit Rebellinnen", Leokino, Innsbruck, 18.40

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  • Machten sich auf die Suche: Die Filmemacherinnen (v.li.): Berger, Holzinger, Trallori und Podgornik.
    foto: archiv

    Machten sich auf die Suche: Die Filmemacherinnen (v.li.): Berger, Holzinger, Trallori und Podgornik.

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