Valencia: Enthobene Opern-Intendantin weist Vorwürfe zurück

7. Mai 2015, 15:51
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Aus Wien stammende Theaterchefin zeigt sich in Offenem Brief fassungslos über "verleumderische Kampagne"

Valencia - Die aus Wien stammende, im Jänner ihres Amtes an der Oper im spanischen Valencia enthobene Intendantin Helga Schmidt verteidigt sich erstmals öffentlich gegen die Vorwürfe. In einem der APA als erstem Medium vorliegenden offenen Brief weist sie die Anschuldigungen als "absolut falsch" zurück.

2000 hatte man Schmidt als Intendantin und künstlerische Leiterin vom Londoner Royal Opera House in die spanische Mittelmeermetropole geholt, um den damals noch im Bau befindlichen Palau de les Arts zu eröffnen und Valencia einen Platz in der internationalen Opernszene zu verschaffen. In der Folge gastierten Weltstars wie Lorin Maazel, Zubin Mehta oder Placido Domingo in Valencia.

Doch Mitte Jänner fand ihre Karriere ein abruptes Ende, als Mannschaftswagen der spanischen Polizei vor dem futuristischen Opernhaus von Stararchitekten Santiago Calatrava hielten, Akten beschlagnahmten und Schmidt kurzzeitig festnahmen, jedoch am selben Tag unter Auflagen wieder auf freien Fuß setzen. Die Korruptions-Staatsanwaltschaft wirft ihr Veruntreuung öffentlicher Gelder, persönliche Bereicherung beim Aufbringen von Sponsorengeldern sowie Unregelmäßigkeiten bei Künstlerverträgen vor. Die Regionalregierung enthob die Österreicherin ihres Amtes.

"Falsche Anschuldigungen"

Aus privaten und gesundheitlichen Gründen sei sie bis jetzt noch nicht dazu gekommen, öffentlich Stellung zu nehmen, lässt Schmidt nun wissen. "Doch möchte ich mitteilen, dass ich daran arbeite, dem Palau de les Arts Reina Sofia, den Bürgern von Valencia und der Welt, die sich mit künstlerischen und kulturellen Angelegenheiten beschäftigt, zu beweisen, dass die Anschuldigungen, die gegen mich erhoben wurden, absolut falsch sind", heißt es in dem Brief. Laut ihrem Anwalt Juan Pablo Agullo sei in den von der Polizei konfiszierten Dokumenten nichts gefunden worden, was der Regionalregierung und ihren Kontrollinstanzen nicht zuvor schon bekannt gewesen sei.

Schmidt arbeitet nun daran, "schnellstmöglich zu beweisen, dass ich seit Beginn meiner Amtszeit meine ganze Liebe und Hingabe, aber auch meine Erfahrung und berufliche transparente Korrektheit in den Dienst des entstehenden Palau de les Arts Reina Sofia gestellt habe". Ihr korrektes Verhalten bei den finanziellen Angelegenheiten sei leicht zu beweisen, "da alle Dokumente nur mit der Unterschrift der Intendantin und des Geschäftsführers ihre Gültigkeit erzielen", so Schmidt in ihrem Brief.

"Fassungslos und traurig über diese verleumderische Kampagne" wolle sie trotzdem den Behörden für ihr korrektes Verhalten danken und unterstreiche ihre Zusammenarbeit mit der spanischen Justiz. In Erwartung des Prozesses warte sie darauf, "meine Erklärungen abzugeben und mich verteidigen zu können, was bisher nicht der Fall war". (APA, 7.5.2015)

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